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Favoriten-Trainer mit Derby-Schocker

(mf) Die Lage war klar vor dem 126. Deutschen Traber-Derby: Den Sieger stellt wie mehrfach in den letzten Jahren der niederländische Erfolgstrainer Paul Hagoort. So kam es denn auch, doch nicht der für unschlagbar gehaltene 1,4:1-Favorit Usain Lobell (Robin Bakker) kam als Erster über die Line, sondern die zweite Hagoort-Farbe Lorens Flevo mit Nachwuchsfahrer Micha Brouwer. Der Bakker-Hengst scheiterte ebenso wie weitere vier Teilnehmer im Elfer-Feld an einer frühen Galoppade, so dass nach 500 Metern nur noch sechs Pferde im Kampf um die ausgelobten 214.110 Euro dabei waren. Der extra eingeflogene „Hexer“ Jos Verbeeck führte mit dem zweiten Favoriten Rob the Bank bis in die Zielgerade, wo er sofort geschlagen war und sich ein Drei-Pferde-Finish abzeichnete. Auf den letzten Metern ergatterte der ganz außen heranrauschende Lorens Flevo den entscheidenden Vorteil. Der 21-Jährige Brouwer, als jüngster Fahrer ins Derby gegangen, überzeugte nicht zum ersten Mal durch seine Coolness und gewann vom letzten Platz kommend in eher durchschnittlicher Zeit von 1:13,1. Dass das Derby selbst nach einem nur schwer zu akzeptierenden Start sowie den damit verbundenen zahlreichen frühen Ausfälle sportlich nicht überzeugen konnte, kann man dem hochtalentierten Siegfahrer nicht anlasten, und immerhin sorgte einer der schönsten Endkämpfe der letzten Jahre noch für eine gewisse Kompensation beim angesichts der Umstände in Teilen enttäuschten Publikum.

32,1:1 gab es für den völlig unerwarteten Sieg eines Pferdes, das zwar zwei Wochen zuvor seinen Vorlauf gewonnen hatte, aber mutmaßlich auch einen nicht allzu stark besetzten. Mit den Abständen Hals-Hals hinter dem longshot kamen der ähnlich lang gehandelte Lockheed Draviet (Thomas Panschow) und die einzige Stute im Feld Riet Hazelaar (Dion Tesselaar) auf die hochdotierten Plätze, während der Abstand zum Vierten, dem zweitlängsten Außenseiter Timothy B (Rudolf Haller) schon wesentlich deutlicher war.

Weder die Viererwette wurde getroffen noch die V7-Wette, so dass in beiden Wettarten demnächst zwei Jackpots mit einer Gesamthöhe von mehr als 40.000 Euro ausgespielt werden.