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Geld zu verschenken?

(mf) Am Sonntag in Mönchengladbach gibt es richtig was zu verdienen: Beim zweiten Only-Winner-Tag locken 26.000 Euro in der V6-Wette und 15.000 Euro in der Pferdewetten.de-Viererwette‑vorausgesetzt, die jeweilige Wettart wird nur von einem einzigen Wetter getroffen. Das Angebot ist in Deutschland einmalig und wurde beim ersten Versuch dieser Art großartig angenommen: Umsätze von 13.000 Euro in der V6 und 9.000 Euro in der Viererwette sind in Traber-Deutschland, sofern kein Jackpot vorhanden ist, konkurrenzlos.

Dass sich der Erfolg vom Juli am Sonntag wiederholt, ist eher unwahrscheinlich. Denn genau wie der politische Wähler hat auch der Pferdewetter an diesem 26. September die Qual der Wahl. Zeitgleich zu Mönchengladbach veranstaltet Berlin-Mariendorf, was im Terminplan der Traber so verankert war. Dass die Berliner wie an jedem Renntag eine V7-Wette anbieten, war ‑ aus Mönchengladbacher Sicht – zu befürchten, ist aber nicht zu kritisieren. Überraschender ist da schon der Umstand, dass diese V7-Wette mit einem Jackpot von 12.000 Euro garniert ist, so dass auch Mariendorf ein überragendes Wettangebot hat. Selbst wenn dies von niemandem erwartet worden war ‑ denn es handelt sich nicht um einem durch eine nicht getroffene Wette entstandenen Jackpot, sondern um einem gesponserten ‑ muss auch das nicht kritisiert werden. Schließlich gibt es Weisheiten wie „Konkurrenz belebt das Geschäft“. Allerdings auch solche wie „Jeder ist sich selbst der Nächste“.

Doch auch wenn man das Verhalten beider Vereine akzeptiert, weil letztendlich auf beiden Bahnen Attraktives für den Wetter, also den wichtigsten Kunden, getan wird, bleibt einmal mehr eine bittere Erkenntnis: Es gibt, Ausnahmen mögen die Regel bestätigen, keine Kommunikation zwischen den Veranstaltern. Und am Ende gehen womöglich beide als Verlierer vom Platz. Es ist jedenfalls kaum zu erwarten, dass der in den meisten Fällen sowieso eher „klamme“ Traberwetter fünf Tage vor Ultimo genug Geld locker machen kann, um auf beiden Bahnen so „hinzustellen“, wie es das Angebot verdient hätte. Rekordumsätze sind deshalb eher nicht zu erwarten, Erträge entsprechend auch nicht.

Falls es nicht jeder weiß: Das Only Winner-Projekt wird durch privates Engagement abgesichert, dem Rennverein jegliches Risiko abgenommen. Dass sich die Mönchengladbacher Unterstützer veräppelt fühlen, weil naturgemäß mit niedrigerem Umsatz ihr Risiko, dass der Only Winner-Fall eintritt, steigt, sollte allerdings allen, auch den Berlinern zu denken geben, denn solche Leute gibt es in der Szene nicht viele. Aber genau die bräuchte man.