Drücken Sie „Enter“, um den Inhalte zu überspringen

Forza, Face Time Bourbon

(mf) Einen für seine Verhältnisse miserablen Schnitt hat der weltbeste Traber Face Time Bourbon ausgerecht in Italien, dem Heimatland seines neapolitanischen Besitzers Antonia Somma. Der hatte im Februar für Negativ-Schlagzeilen gesorgt, als er nach dem zweiten Platz im Prix de France, der einzigen diesjährigen Niederlage des Superstars, kurzerhand Fahrer Björn Goop und dessen taktischen Vortrag verantwortlich gemacht und einen Wechsel auf Eric Raffin verordnet hatte. Der lieferte bislang wie erwartet und gewann mit seinem neuen Partner drei Rennen in bester Manier, die zwar gut dotiert, aber sportlich insgesamt von überschaubarem Wert waren.

Raffin soll es am Sonntag auch im wirklich wichtigen Gran Premio Lotteria richten, einer in drei Vorläufen plus Finale entschiedenen Gruppe I-Sprintprüfung, deren Endlauf mit stattlichen 660.000 Euro dotiert ist. Die beiden bisherigen „Großangriffe“ in Italien gingen schief. 2019 langte es für FTB in einem Vierjährigen-Klassiker aufgrund des schlechteren Startplatzes gegen den auch diesmal, aber in einem anderen Vorlauf antretenden Zacon Gio knapp nicht, im vergangenen Jahr gelang zwar der Vorlaufsieg im Lotteria, aber im Finale war erneut Zacon Gio stärker. Drei Italien-Auftritte und zwei Niederlagen für den Champion, der in seiner gesamten Laufbahn 33 Mal gewann und erst fünf Mal Zweiter wurde – das ist für Antonio Somma inakzeptabel und alle (Traber-) Welt ist gespannt, ob der große Italien-Wurf jetzt endlich gelingt.

Die Anreise erfolgte bequem im Flugzeug, Startplatz fünf in der ersten Reihe ist gerade noch akzeptabel – einem Sieg im 2. Vorlauf sollte nichts entgegenstehen, denn am Gocciadoro-Doppel Alrajah One und Vitruvio darf der Favorit bei normalem Verlauf nun wirklich nicht scheitern. Der 1. Vorlauf scheint durch Zacon Gio (Roberto Vecchione) und den Elitloppet-Zweiten Vivid Wise As (Mathieu Abrivard) stärker besetzt, doch sitzt dessen Trainer Alessandro Gocciadoro etwas überraschend hinter dem aus Schweden nach Italien gewechselten Generaal Bianco. Im 3. Vorlauf gelten Seriensieger Vernissage Grif (Alessandro Gocciadoro) und dem sich wieder an die Vorjahresform herantastenden Cockstile (Sandro Mollo) die größten Erwartungen, doch mal ehrlich: Wer von den genannten soll einen Face Time Bourbon schlagen? Kurz nach 17.30 Uhr werden wir schlauer sein.