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Auf dem Gipfel des Galopprennsports

Deutschland hat den Arc gewonnen, mit einem in Deutschland gezogenen Pferd, in deutschen Farben und mit einem deutschen Jockey. 10 Jahre nach Danedream, das muss man sich immer wieder auf der Zunge zergehen lassen. 70:1, das ist eine Sensation. Ich muss das immer wieder wiederholen, sonst glaube ich das einfach nicht.

Aber noch mal von vorne: NatĂŒrlich kam Torquator Tasso der Regen in den letzten Tagen als Adlerflug-Sohn sehr entgegen. Dennoch stieg die Quote immer höher an, desto nĂ€her der Start des Rennens kam. Das war mein GlĂŒck. Als ich die Wette auf meine Snowfall abgebeben habe, gab es genau vier Euro RĂŒckgeld. Diese vier Euro habe ich dann auf TT gesetzt. Ich hĂ€tte ich mich sonst schwarzgeĂ€rgert, wenn er platziert gelaufen und ich nicht dabei gewesen wĂ€re. So habe ich ihn 2 Euro Sieg und 2 Euro Platz gewettet. Warum? Das weiß ich bis jetzt nicht.

Was kann man sagen zum schon vorher viel diskutierten Rennverlauf? FĂŒr diesen Rennverlauf kann man Rene Piechulek nur ein Meisterzeugnis ausstellen. 1+, besser ging es nicht. Er hat den Speed des Pferdes genau richtig ausgenutzt, wusste genau wie lang die Zielgerade ist und wusste genau wo der Zielpfosten in Longchamp steht. Er hat ihn so geritten, wie man eben einen Adlerflug-Sohn auf weichem Boden reiten muss. Der Junge wusste zu jedem Zeitpunkt was er tut und das war genau richtig. Torquator Tasso hat sich in der Zielgeraden verabschiedet und Ryan Moore auf meiner Snowfall, meinem Mummpferd, hatte Null Gas.

Und ja ich lag falsch: Ich habe vor dem Rennen gesagt sechster oder siebter Platz wĂ€re ein großer Erfolg. Der Toto gab mir recht. Ich möchte jetzt nicht von den ganzen Experten, die auf der Rennbahn herumlaufen, hören, dass es klar war, dass TT gut genug fĂŒr den Arc ist. Ich habe Danedream bei der Breeze Up geritten. Sie wurde fĂŒr den Reservepreis von 9000 Euro verkauft. Noch Jahre spĂ€ter habe ich die Leute im FĂŒhrring sagen hören, dass sie schon bei der Breeze Up ein Rennpferd war. Wenn das wirklich so war, warum habt ihr sie nicht gekauft fĂŒr 9000 Euro und warum habt ihr alle am Sonntag nicht auf TT gesetzt?

Und eins möchte ich noch sagen: alle unsere Jockeys hier sind gut genug fĂŒr die ganz großen Rennen, auch die, die nicht in der ersten Reihe stehen. Adrie de Vries hat den Mitfavoriten im Dubai World Cup geritten, Andrasch Starke hat den Arc gewonnen und Eddie Pedroza hat schon sĂ€mtliche große Rennen auf der ganzen Welt bestritten. Rene, der hier noch nicht zu den Topjockeys gehört, hat das grĂ¶ĂŸte und prestigetrĂ€chtigste Rennen der Welt gewonnen. Mit dieser Sensation hat er nun einen Fuß in der TĂŒr.

Besonders berĂŒhrt hat es mich, als Rene seinen Sattel in die Kamera gehalten hat. Auf der RĂŒckseite steht nĂ€mlich F. Minarik. Es hat sich mehr als gelohnt Rene den Sattel nach dem Ende meiner Karriere zu ĂŒberlassen. Er hat den Arc gewonnen. Ich hĂ€tte das nie mit diesem Sattel geschafft. Das steht fĂŒr mich fest.

Was können wir von diesem Erfolg ansonsten noch mitnehmen? Es war nĂ€mlich nicht nur der hundertste Arc ĂŒberhaupt, sondern es war auch der Arc des Jahrhunderts. Es liefen nur Ausnahmepferde und ein Deutscher hat gewonnen. Das war ein ganz klares Zeichen, dass Deutschland zu diesem Sport stehen muss. Der deutsche Galopprennsport lebt noch. Wir mĂŒssen diesen Moment jetzt nutzen. Alle die bei Deutscher Galopp in der Pressearbeit und bei Social Media tĂ€tig sind können jetzt beweisen, dass sie nicht umsonst seit Jahren dort beschĂ€ftigt sind. Die sollen jetzt bitte trommeln bis zum geht nicht mehr und es nicht untergehen lassen, wie es vor zehn Jahren der Fall war, als es Dinosaurier wie Klaus Göntzsche richtig vermasselt haben.

Man könnte es auch mit den Worten eines anderen großen Denkers sagen: Wir haben den Mount Everest erklommen und zwar mit einem BergfĂŒhrer aus Bayern, geboren in Dessau und nicht mit einem Sherpa aus dem Himalaya. Punkt. Ende. Aus. Meine Meinung.