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Sonntag in Vincennes: Erstes Gruppe I-Rennen des Meetings – Izoard Védaquais vor der Krönung?

(dip) Endlich ist es soweit! Mit dem an vierter Stelle der Karte gelaufenen “Critérium des 3 ans” (Gruppe I, 200.000 €, 2700 Meter) bekommt das diesjährige Pariser Wintermeeting am Sonntag sein erstes Gruppe I-Rennen zu sehen, das aus vielerlei Hinsicht geradezu mit Hochspannung erwartet wird und darüber hinaus mit genügend Potenzial ausgestattet ist, eines der Jahrgangsvergleiche zu werden, das man nicht so schnell vergessen wird. Zum einen wird die diesjährige Ausgabe die letzte sein, die im Dezember stattfindet, denn erstmals ab dem kommenden Jahr werden alle Jahrgänge gleichermaßen ihre jeweiligen Kriteriums-Sieger an einem einzigen Renntag im September ermitteln. Des Weiteren lassen sich auch aus rein sportlicher Sicht dieses Rennens einige vielversprechende Rückschlüsse aus der Vergangenheit ziehen, denn nicht selten gingen die Sieger aus dem “Critérium des 3 ans” später als Gewinner des “Prix d`Amérique” in die Historie ein. Insgesamt fünfmal gelang es dem Triumphator des wichtigsten und prestigereichsten französischen Dreijährigen-Rennens im weiteren Verlauf der Karriere, auch am letzten Januar-Sonntag das wertvollste Trabrennen der Welt zu gewinnen. Dass dies nach Toscan (1970), Kesaco Phedo (2004), Ready Cash (2011+2012), Bold Eagle (2016+2017) und Face Time Bourbon (2020+2021) auch dem Sieger der diesjährigen Edition gelingen wird, ist zum jetzigen Zeitpunkt natürlich noch nicht zu prophezeien. Doch es bleibt festzuhalten, dass mit dem derzeitigen Jahrgangsprimus 15 ITALIANO VERO (David Thomain) und dessen Herausforderer, dem bislang noch gänzlich ungeschlagenen 12 IZOARD VEDAQUAIS (Eric Raffin) zwei Hengste aufeinandertreffen, denen man in den nächsten Jahren eine reelle Chance einräumen darf, gemäß eines bekannten Werbeslogans zumindest “mittendrin, statt nur dabei” zu sein – Gesundheit und Verletzungsfreiheit natürlich vorausgesetzt. Dass beide Pferde von Trainer Philippe Allaire (Foto) nicht nur vorbereitet werden, sondern darüber hinaus auch noch in dessen Besitz stehen, macht die Ausgangsposition vor diesem Rennen noch einen Hauch spektakulärer. Aktuell ist 15 ITALIANO VERO (David Thomain) die Nummer eins des Jahrgangs. Mit dem Erfolg im “Prix Albert Viel” im Sommer gelang ihm bereits ein Gruppe I-Erfolg, was im gesamten Feld noch keinem anderen Teilnehmer vergönnt war. Zudem siegte der Ready Cash-Sohn noch in fünf Halbklassikern, sowie in vier weiteren Rennen. Von besonderer Bedeutung dürfte dabei sein jüngster Treffer Ende November gewesen sein, als es im Vorfeld eine zumindest indirekte Kampfansage aus dem Umfeld von 13 IDEAL LIGNERIES (Franck Nivard) gab, ihn möglichweise vom Thron stoßen zu können. Ernst zu nehmen war diese Drohung schon allein deshalb, weil es gerade einmal zwei Wochen zuvor auf allerdings deutlich kürzerer Distanz tatsächlich zu einem recht klaren Erfolg des Nivard-Schützlings gegen Italiano Vero kam. Trotz abermals starker Leistung gelang dies aber kein zweites Mal; der Ehrenplatz hinter dem Allaire-Crack war dabei gewiss keine Schande, aber eben auch nicht die erhoffte vorübergehende Machtübernahme im Jahrgang. Mit “Italianos” eingangs erwähntem Boxennachbarn 12 IZOARD VEDAQUAIS (Eric Raffin) tritt nun aber ein weiterer, potenzieller Königsmörder auf den Plan. 12 Starts – 12 Siege lautet die überragende Bilanz des Hengstes, wobei natürlich nicht unerwähnt bleiben darf, dass der Bird Parker-Sohn sich noch nie auf höchstem Parkett bewegt und der absoluten französischen Jahrgangsspitze bislang konsequent aus dem Weg gegangen ist. Gleichwohl hat er aber auch bei seinen immerhin vier Gruppe III-Erfolgen einige klangvolle Namen und teils sogar Hochkaräter, wie den derzeit vermutlich besten italienischen Dreijährigen Callmethebreeze, problemlos hinter sich gelassen. Seine Grenzen musste Izoard Védaquais bislang noch nicht aufzeigen, was sich in diesem Rennen natürlich ändern kann, aber nicht muss. Ob es gegen die crème de la crème des Jahrgangs tatsächlich aber auch schon zum totalen Triumph reichen wird, bleibt zunächst ebenso offen. Die Art und Weise aber, mit welch überwiegend spielerischer Leichtigkeit der Hengst seine bisherigen Rennen für sich entscheiden konnte, lässt einiges erwarten. Spannung, Vorfreude und reichlich Diskussionsstoff sind also mehr als genug vorhanden, wobei natürlich nicht verschwiegen werden soll, dass es neben diesen beiden Hauptdarstellern des Rennens noch insgesamt dreizehn weitere Teilnehmer geben wird. Mit 11 IMPRESSIONIST (Björn Goop), der Italiano Vero im Mai schon einmal bezwingen konnte, sowie den nun zweimal aus unterschiedlichen Gründen ziemlich unglücklich gescheiterten 4 INFERNO PIPER (Christophe Martens) sind aus der Riege der Hengste zumindest noch zwei weitere Kandidaten mit von der Partie, die sich gewiss einiges ausrechnen dürfen. Darüber hinaus ist mit 14 INOUBLIABLE (Jean-Philippe Dubois) auch bei den Stuten die Beste des Jahrgangs mit dabei. Ende November landete sie auf Gruppe II-Level einen überzeugenden Treffer gegen ihre Altersgefährtinnen und untermauerte damit ihre Spitzenposition. 7 IDYLLE SPEED (Jean-Michel Bazire), die besagtes Rennen aufgrund eines leichten Infekts auslassen musste, nun aber wieder fit and well ist, die nicht ganz einfache, aber schnelle 9 IDYLLE A VIE (Jean-Philippe Monclin), sowie die beständig ins Geld laufende  10  I LOVE ME (Tony Le Beller) werten dieses Rennen auch aus weiblicher Sicht zusätzlich auf, so dass insgesamt gesehen nicht wenig darauf hindeutet, dass das diesjährige “Critérium des 3 ans” tatsächlich ein Spektakel der besonderen Art werden kann.
pferdewetten.de – Tipp:  12 IZOARD VEDAQUAIS – 15 ITALIANO VERO – 13 IDEAL LIGNERIES   chancenreicher Außenseiter: 4 INFERNO PIPER