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Sonntag: Prix de Cornulier um 700.000 ‚ā¨ ohne klaren Favoriten – Drei Gruppe-Rennen im Rahmenprogramm

(dip) Mit dem Prix de Cornulier (Gruppe I, 700.000 ‚ā¨, 2700 Meter) wird am Sonntag¬† das erste Gruppe I-Rennen des Jahres 2022 entschieden. Insgesamt 15 Teilnehmer haben sich letzten Endes im Starterfeld wiedergefunden, was hinsichtlich der Anzahl vielleicht etwas entt√§uschend ist, andererseits aber nichts an der Tatsache √§ndert, dass diese 2022er-Ausgabe der “Weltmeisterschaft der Trabreiter”, wie der “Cornulier” nicht selten auch und vermutlich zurecht betitelt wird, eine der offensten der letzten Jahre ist. Einen klaren, uneingeschr√§nkten Vorab-Favoriten wird man vergeblich suchen, stattdessen hat sich in den letzten Wochen und Monaten eine Phalanx von kleineren und gr√∂√üeren, sowie √§lteren und j√ľngeren Anw√§rtern auf den Sieg in diesem Klassiker herauskristallisiert. Mit erst f√ľnf Jahren ist 1 HIRONDELLE DU RIB (Jean-Loic Claude-Dersoir) die j√ľngste Teilnehmerin im Feld, womit sie zumindest rein statistisch betrachtet als Siegerin so gut wie ausfallen w√ľrde. In den letzten 50 Jahren gab es im “Cornulier” gerade einmal drei Pferde dieses Alters, die das Kunstst√ľck fertigbrachten, zuerst √ľber die Ziellinie zu laufen. Der bislang Letzte, dem dies gelang, war 2007 der Hengst One du Rib mit … Jean-Loic Claude-Dersoir (Foto)! Auch Besitzer und Trainer waren, bzw. sind identisch mit der Entourage rund um Hirondelle du Rib, so dass ein Sieg der Stute tats√§chlich einen besonders s√ľ√üen Beigeschmack h√§tte. Wirklich auszuschlie√üen ist dies sicher nicht, denn durch ihren ersten Gruppe I-Sieg im “Prix du Pr√©sident de la Republique” im Juni hat sich die Stute schon sehr fr√ľh einen mehr als nur guten Namen gemacht. Der j√ľngste Sieg Anfang Januar, der gleichbedeutend mit der Eintrittskarte f√ľr den “Cornulier” war, unterstreicht dar√ľber hinaus ihre derzeit gute Verfassung, was ganz sicher auch zu einem Gro√üteil auf die Kappe ihres Trainers geht. Joel Hallais, mit insgesamt 8 Siegen in diesem Klassiker der Erfolgreichste seiner Zunft und daher auch nicht zu Unrecht mit dem Beinamen “Mister Cornulier” behaftet, wei√ü also gut genug, wie so etwas geht. Ein Jahr √§lter als Hirondelle du Rib sind 4 GRANVILLAISE BLEUE (Camille Levesque) und 8 GLADYS DES PLAINES (Mathieu Mottier), die sich in den letzten Wochen mehrmals mit wechselndem Ausgang in Vincennes trafen. Gladys des Plaines, die bereits zwei Gruppe I-Erfolge in ihrer Vita stehen hat, wurde von Champion Mathieu Mottier als seine mutma√ülich bessere Chance selbst ausgew√§hlt, was f√ľr die Stute gleichbedeutend mit einem Ritterschlag ist. F√ľr Granvillaise Bleue, die sich im Laufe des vergangenen Jahres zu einer (mindestens) ebenb√ľrtigen Rivalin f√ľr Gladys des Plaines gemausert hat, sprechen vor allem sowohl ihre aktuelle Top-Form, als auch die schon seit einigen Wochen exzellente Verfassung ihrer Reiterin Camille Levesque. Nicht weniger als 25 Gruppe-Siege hat die zu den besten Reiterinnen Frankreichs z√§hlende Trainerstochter bereits auf dem Konto; ein Erfolg im “Cornulier” w√§re selbstverst√§ndlich ihr gr√∂√üter Erfolg. Mit sieben Jahren z√§hlen auch die Vertreter des franz√∂sischen F-Jahrgangs noch zu den j√ľngeren Teilnehmern, wobei die Vorjahres-Zweite 9 FLAMME DU GOUTIER (Antoine Wiels) sich seit dem letztj√§hrigen Wintermeeting ausnahmslos vor dem Sulky pr√§sentiert hat. Dass dies zwar bemerkenswert, bei ihr allerdings kein Nachteil ist, beweist ein Blick auf ihre letztj√§hrige Vorbereitung f√ľr dieses Rennen. Auch vor zw√∂lf Monaten hat die in beiden Metiers gut funktionierende Stute sich mit drei Rennen vor dem Sulky auf diese schwere Pr√ľfung eingestimmt und das Ergebnis konnte sich bekanntlich sehen lassen. Auch 6 FREEMAN DE HOUELLE (Eric Raffin) wird man hier in der Entscheidung mit erwarten d√ľrfen, denn der diesmal wieder barfu√ü antretende Hengst hat in dieser Konfiguration seine letzten 10 Mont√©s allesamt auf den Pl√§tzen 1 bis 3 beendet. √Ąhnlich wie Flamme du Goutier hat auch 13 FEELING CASH¬† (Francois Lagadeuc) sein letztes Trabreiten vor fast einem Jahr bestritten, weshalb man vielleicht sogar eher an 2 FANTAISIE (Yoann Lebourgeouis) denken kann, die mittlerweile sieben Mal in Folge unbesiegt geblieben ist. Auch der Sprung in die neue Gewinnklasse, bzw. auf Gruppe II-Parkett gelang v√∂llig m√ľhelos, als sie sich erst vor zwei Wochen gegen den allerdings keinen Deut schlechter gefallenden Italiener 10 ZARENNE FAS (Guillaume Martin) knapp durchsetzte, was f√ľr beide die Qualifikation zu diesem “Cornulier” bedeutete. Auch bei¬† 3 FLORIDA SPORT (David Thomain) hat man die Grenzen ihres K√∂nnens bislang nicht erkennen k√∂nnen. Erst im vergangenen Herbst erstmals √ľberhaupt unter dem Sattel eingesetzt, entwickelte sich die Stute zu einem perfekten Mont√©-Pferd und konnte sich seitdem bereits zwei Halbklassiker sichern. Dass sich Champion Mathieu Mottier letzten Endes gegen sie und stattdessen f√ľr Gladys des Plaines entschied, mag vielleicht als Hinweis herhalten, dass dieses Rennen m√∂glicherweise doch (noch) eine Nummer zu gro√ü sein k√∂nnte. Eine kleine √úberraschung ist sicherlich die Teilnahme von 5 ET VOILA DE MUZE (Anthony Barrier). Die Stute hat ihre beiden bislang einzigen Mont√©s im Jahr 2019 absolviert und tauchte unter der Woche pl√∂tzlich und unerwartet im Starterfeld auf. Trainer S√©bastien Guarato wird sich gewiss etwas dabei gedacht haben, sie unter diesen Voraussetzungen in dieses schwere Rennen hineinzuwerfen. Vielleicht f√ľhlte er sich ja auch von der Vorjahressiegerin 14 BAHIA QUESNOT (Matthieu Abrivard) inspiriert, der ihm vergangenen Jahr durch einen √§hnlichen √úberraschungs-Coup sogar der Titel gelang. Nach mehr als drei Jahren ohne Trabreiten gelang ihr beim Comeback in dieser Disziplin sensationell der Triumph in diesem wichtigsten Rennen eines Trabreitpferdes. Die Teilnahme in diesem Jahr war √ľbrigens bis vor wenigen Tagen mehr als fraglich, da sich ihr Reiter Matthieu Abrivard erst vor wenigen Wochen bei einem Sturz im Rennen ein Schienbein brach. Trotz intensiven und flei√üigen Reha-Trainings war es lange Zeit nicht abzusehen, ob die Rekonvaleszenz bis zum Cornulier-Tag reichen w√ľrde, doch der vom Ehrgeiz getriebene Titelverteidiger gab dann doch noch rechtzeitig gr√ľnes Licht. Ob das “Projekt Titelverteidigung” unter diesen, alles andere als optimalen, Umst√§nden tats√§chlich zu realisieren sein kann, wird man sehen. Generell auszuschlie√üen ist dies sicher nicht, aber dass die Stute, die wie alle anderen B-Pferde aus dem franz√∂sischen Jahrhundert-Jahrgang von 2011 sp√§testens am 31.M√§rz ihre Rennkarriere beenden muss, in diesem offenen Cornulier eine von eben mehreren M√∂glichkeiten ist, trifft zweifelsfrei zu. Ob dies auch von 15 BILIBILI (Alexandre Abrivard) zu behaupten ist, darf nach den j√ľngsten Eindr√ľcken zumindest angezweifelt werden. Nach zwei Cornulier-Siegen 2019 und 2020 verletzte sich der fast 1,9 Millionen Euro schwere Hengst im vergangenen Jahr so schwer, dass es lange Zeit unklar war, ob er √ľberhaupt noch einmal zur√ľckkehren w√ľrde. Ende letzten Jahres schafften es Trainer Laurent-Claude Abrivard und sein Team dann gerade noch rechtzeitig ihn zur√ľck auf die Piste zu bringen, doch sowohl bei den ersten beiden Aufbaustarts vor dem Sulky, als auch bei der Generalprobe f√ľr dieses Rennen im “Prix du Cavaldos”, den er als Siebter und zugleich Letzter beendete, hinterlie√ü er keinen guten Eindruck. Genau zwei Wochen hatte das Quartier rund um den Rennrekordhalter dieses Rennens (1:11,2 bei seinem Sieg im Jahr 2019) seitdem Zeit, ihn in deutlich besserer Verfassung und auch wettbewerbsf√§hig zu pr√§parieren. Dies wird mutma√ülich auch gelungen sein, da man den vierbeinigen Liebling aus dem Hause Abrivard andernfalls sicher schon im Vorfeld aus diesem Rennen gestrichen h√§tte, allein schon, um ihn als zweifachen Cornulier-Triumphator in Erinnerung zu behalten und nicht etwa als chancenlosen Mitl√§ufer. Man darf gespannt sein, ob der Hengst tats√§chlich nochmal seinem Potenzial entsprechend zur√ľckkehren wird. W√ľnschenswert w√§re es allemal, nach den letzten Eindr√ľcken sind aber gewisse Zweifel nicht unberechtigt. Bereits zum dritten Mal ist 12 ETOILE DE BRUYERE (Adrien Lamy) in diesem Rennen mit dabei. 2020 belegte sie einen ausgezeichneten zweiten Rang hinter Bilibili, im vergangenen Jahr wurde sie gute Dritte. Dort lief sie ohne Eisen, was bei der Stute immens viel ausmacht. Auch diesmal kann sie barfu√ü ins Rennen geschickt werden, nachdem bei ihrem letzten Start vor zwei Wochen an den Hufen gespart wurde, was sie aber trotzdem nicht davon abhielt, als F√ľnfte eine unter diesen Umst√§nden sogar gute Leistung abzuliefern. Auch 11 BILOOKA DU BOSCAIL (Nathalie Henry) tritt zum dritten Mal in dieser Pr√ľfung an, hat aber im Gegensatz zu Etoile de Bruy√®re bislang keine guten Erfahrungen gemacht. Der j√ľngst erzielte dritte Platz im “Prix du Calvados” sicherte der Elfj√§hrigen das letzte Qualifikationsticket f√ľr diesen “Cornulier”, den sie allerdings eher als Au√üenseiterin in Angriff nehmen wird, was in gleichem Ma√üe f√ľr die Schwedin 7 UNIQUE JUNI (Matilde Herleiksplass) gilt. pferdewetten.de – Tipp:¬† 8 Gladys des Plaines – 12 Etoile de Bruy√®re – 6 Freeman de Houelle¬† chancenreicher Au√üenseiter: 2 Fantaisie
Neben dieser inoffiziellen Trabreit-WM¬† kommen am Sonntag noch drei weitere Gruppe-Rennen zur Austragung, die naturgem√§√ü etwas hinten anstehen m√ľssen. Unmittelbar nach dem Gruppe I-Highlight findet an 5.Stelle des Programms mit dem “Prix de Mirande” (Gruppe III, 90.000 ‚ā¨, 2700 Meter) ein internationaler F√ľnfj√§hrigen-Vergleich statt, in dem die durchweg chancenreichen franz√∂sischen Waffen 14 HATCHET MAN (David Thomain), 12 HORACE DU GAUTIER (Hugues Monthul√©), sowie der vom niederl√§ndischen Erfolgstrainer Paul Hagoort vorbereitete 12 HADES DE VANDEL (Robin Bakker) u.a. auf die beiden Italiener BALSAMINE FONT (Bj√∂rn Goop) und BUBBLE EFFE (Matthieu Abrivard) treffen. Erneut nur ein Rennen sp√§ter gibt es dann im “Prix Bellino II” (Gruppe III, 90.000‚ā¨, 2100 Meter) ein lukratives Bet√§tigungsfeld f√ľr vierj√§hrige Franzosen, wo sich 1 INMAROSA (L√©o Abrivard) nach der exzellenten Vorstellung von vor einer Woche berechtigte Hoffnungen auf den Sieg machen darf. Gegen Ende der Veranstaltung wird dann im 8.Rennen der zuletzt in einer etwas zu anspruchsvollen Aufgabe √ľberforderte 8 GIANT CHIEF (Francois Lagadeuc) versuchen, sich am¬† “Prix Michel Marcel Gougeon” (Gruppe III,¬† 90.000 ‚ā¨, 2700 Meter) schadlos zu halten.