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Sonntag in Cagnes:  “Critérium de Vitesse” über die Meile – Quinté plus mit nur 13 Pferden – Weiße Weste von Vivid Wise As in Gefahr?

(dip) Mit dem “Grand Critérium de Vitesse” (Gruppe I, 200.000 €, 1609 Meter) findet in Cagnes-sur-mer das wichtigste Sprinterrennen des Jahres statt, das Süd-Frankreich zu bieten hat. Traditionell am zweiten März-Sonntag eines jeden Jahres treffen sich auf dem Hippodrome de la Côte d`Azur die besten Flieger Europas, wobei sich das Rennen, wie schon in den Jahren zuvor, auch in der diesjähigen Edition auf eine Art Länderkampf zwischen Frankreich und Italien reduziert. Liebend gern hätte man am Sonntag natürlich auch die Top-Sprinter aus anderen europäischen Nationen an der französischen Mittelmeerküste gesehen, doch scheint sich der Trend des Desinteresses, speziell skandinavischer Meilenspezialisten, leider fortzusetzen. 2019 war es Readly Express, der als bislang letzter Schwede dieses Gruppe I-Rennen an seinen Schweif binden konnte, nachdem es in den zehn Jahren zuvor ausnahmslos Heimsiege der “équipe tricolore” gab. In den beiden Auflagen nach dem seinerzeit unter Einstellung des ein Jahr zuvor von Bold Eagle aufgestellten Rennrekords von 1:08,9 erzielten Erfolg des schwedischen Prix d`Amérique-Siegers von 2018, waren es aber jeweils italienische Farben, die bei der Siegerehrung den französischen Himmel schmückten. Somit ist es auch nicht verwunderlich, dass dieses Rennen auch in diesem Jahr wieder speziell in den italienischen Trainer – und Besitzerkreisen extrem hoch im Kurs steht, was sich auch in der finalen Starterliste widerspiegelt. Allen voran bei 8 VIVID WISE AS (Foto, Matthieu Abrivard) stand diese Prüfung schon seit langer Zeit auf der Agenda. Das Aushängeschild von Trainer Alessandro Gocciadoro hat dieses Rennen sowohl im letzten, als auch im vorletzten Jahr gewonnen und könnte somit mit einem neuerlichen Erfolg den lupenreinen Hattrick schaffen. Überhaupt ist der Achtjährige auf der Bahn in Cagnes noch gänzlich unbesiegt, denn neben den erwähnten beiden Siegen hat sich der Hengst auch das andere saisonale sportliche Highlight, den stets Ende August zur Austragung kommenden “Grand Prix du Département des Alpes-Maritime”, bereits dreimal in Folge sichern können. Fünf Starts – fünf Siege stehen also bislang für Vivid Wise As zu Buche und nichts anderes, als ein erneuter Triumph auf der exakt 1289 Meter großen Bahn, ist das erklärte Ziel des erst vor vier Wochen im “Prix de France” mit Gruppe I-Lorbeer geschmückten Italieners, das auch durch die für ihn nahezu katastrophal ausgefallene Startplatzauslosung nicht revidiert worden ist. Mit der äußeren Nummer in der ersten Reihe wurde so ziemlich die schlechteste Ausgangsposition gelost, die es gab. “Wir sind zwar etwas enttäuscht, aber gewiss nicht niedergeschlagen. Ich glaube trotzdem an den Sieg”, war das erste öffentliche Statement des “gelben Mannes”, wie Alessandro Gocciadoro aufgrund seines gelben Renndresses auch bezeichnet wird. Er selbst steuert den Trainingsgefährten 7 VITRUVIO, der bei der Vergabe der Startnummern nur unwesentlich besser wegkam, allerdings im internen Ranking auch nur die Nummer zwei hinter dem doppelten Titelverteidiger ist. Eher suboptimal für den Vorjahressieger ist zudem die Tatsache, dass mit 1 ZACON GIO (Roberto Vecchione), 3 COKSTILE (Gabriele Gelormini) und auch 4 BILLIE DE MONTFORT (Eric Raffin) drei ebenfalls gute bis sehr gute Beginner allesamt mit niedrigen Startnummern ausgestattet wurden, was speziell auf dem kurzen Weg mitunter sogar von entscheidender Bedeutung sein kann. 1 ZACON GIO darf sich ohnehin einer ganz besonderen Aufmerksamkeit in diesem Rennen sicher sein, denn der “International Trot”-Sieger von 2019 tritt erstmals wieder nach seinem alles in allem sicher nicht zufriedenstellend verlaufenen Wintermeeting unter der Regie seines alten Erfolgsteams an: Der in Deutschland geborene, aber schon seit längerer Zeit mit großem Erfolg in Italien arbeitende Trainer Holger Ehlert hat Zacon Gio erst zu dem Pferd gemacht, das es derzeit ist. Und mit Roberto Vecchione an der Fahrleine trifft der Hengst auch seinen kongenialen Partner im Sulky wieder, mit dem er vor zweieinhalb Jahren den mit umgerechnet knapp 900.000 € dotierten “International Trot” in Yonkers/USA gewinnen konnte. Die Hoffnungen und auch Erwartungen sind hoch, dass der berühmt-berüchtigte Knoten vielleicht am Sonntag endlich wieder platzen könnte. Ähnlich optimistisch ist man sicher auch im Lager von 3 COKSTILE aufgestellt. Der Neunjährige kann pfeilschnell hinter dem Auto loslegen und konnte seine exzellenten Sprinterqualitäten zuletzt Anfang Januar bei seinem Sieg im “Prix de Bourgogne”, der für ihn  gleichzeitig die Eintrittskarte für den “Amérique” war, unter Beweis stellen. Im Anschluss gab es allerdings drei ziemlich enttäuschende Vorstellungen, von denen speziell die jüngste im von Vivid Wise As gewonnenen “Prix de France” im negativen Sinne herausragte. Für 4 BILLIE DE MONTFORT (Eric Raffin) neigt sich eine große und erfolgreiche Rennkarriere langsam dem Ende entgegen. In ihrem mutmaßlich letzten Rennen wird die Stute sich gewiss noch einmal zerreißen und alles geben, was mit dieser, für sie guten Ausgangsposition auf ihrer bevorzugten Distanz vielleicht sogar noch einmal zu einem vorderen Platz reichen kann. Direkt neben der nach wie vor flott eintretenden Doppelmillionärin startet mit 5 DELIA DU POMMEREUX (David Thomain) eine weitere Stute, die sich möglicherweise sogar noch mehr ausrechnen darf. Nach einigen unerklärlich schwachen und teils sogar fehlerhaften Leistungen in den letzten Wochen und Monaten, sendete die Vorjahreszweite dieses Rennens unlängst im “Prix de France” endlich wieder ein Lebenszeichen und belegte hinter Vivid Wise As, aber immerhin vor Zacon Gio, Rang zwei. Zwar spät, aber vielleicht nicht zu spät für dieses “Critérium de Vitesse”, das sie 2020 als Vierte und vor zwölf Monaten nur hauchdünn geschlagen auf dem Ehrenplatz beendete, kam dieses positive Signal zustande. Mit der frischen Form im Rücken und der deutlich besseren Ausgangsposition gegenüber Vivid Wise As darf sich Délia du Pommereux für den Sonntag ganz sicher berechtigte Möglichkeiten ausrechnen. Auch 6 ETONNANT (Anthony Barrier), der zu Beginn des letzte Woche beendeten Wintermeetings immerhin Face Time Bourbon schlagen konnte, bringt aktuelle Referenzen aus der Pariser Zentrale mit. Mit dem zweiten Platz im mit Gruppe I-Status versehenen “Prix de Paris”, das mit mehr als vier Kilometer das längste Rennen des gesamten Meetings war, wurde die Titelverteidigung in diesem Marathon zwar nur ganz knapp verpasst, dafür aber die etwas verloren gegangene gute Form wieder zurückgefunden. Ob der diesmal mehr als halb so kurze Weg nach dem Geschmack des Hengstes sein wird, bleibt natürlich erst einmal abzuwarten. Im vergangenen Jahr wurde Etonnant in diesem Rennen disqualifiziert, nachdem er schon in der Anfangsphase kurz aus dem Tritt kam und dort alle Chancen liegen ließ. Kleine Pikanterie am Rande: Ausgerechnet sein Vater Timoko ist mit insgesamt vier Siegen (2013, 2015, 2016 und 2017) Rekordhalter dieses Rennens. Mit 2 BAHIA QUESNOT (Junior Guelpa), die den “Prix de France” ausließ, tritt neben Vivid Wise As ein weiteres Pferd an, das an den beiden jährlichen Großereignissen in Cagnes schon zum dritten Mal in Folge mit dabei ist. Zwar fällt die Bilanz der Stute im Gegensatz zum bereits erwähnten 100% score des Italieners natürlich deutlich ab, doch mit einem Ehrenplatz, drei dritten Rängen und lediglich einem Streichergebnis liest sich auch ihre performance zumindest nicht schlecht. Für die übrigen Teilnehmer, die allesamt aus der zweiten Startreihe abgehen müssen, wird es auf der kurzen Meile naturgemäß schwer. 10 ELSA DE BELFONDS (Thomas Levesque) wird am Sonntag ihre Abschiedsvorstellung geben und in die Zucht wechseln, wo mit Face Time Bourbon auch schon der erste Partner feststeht. Immerhin hat sie als Bahnspezialistin eine Art Heimvorteil, doch ob der sich in dieser exquisiten Gesellschaft voller Cracks und Distanzspezialisten auch tatsächlich in irgendeiner Form entscheidend bemerkbar machen wird, ist fraglich. Für die Vorjahres-Fünfte wäre eine ähnliche Platzierung vermutlich schon ein Erfolg. 11 BLEFF DIPA (Vincenzo Piscuoglio dell`Annunziata) ist neben Zacon Gio der zweite Vertreter aus dem Quartier von Trainer Holger Ehlert. Italiens Derbysieger des Jahres 2020, der mit fünf Jahren der jüngste Teilnehmer in diesem Feld ist, gab im Winter bereits in Vincennes einige Gastspiele ab, bei denen er sich zweimal mehr als passabel aus der Affäre zog. Dennoch dürfte er hier hinter Zacon Gio relativ eindeutig die zweite Farbe des Stalles sein. 13 ALCOY (Christophe Martens) hat sich in eine gute Form gelaufen und bringt als Zweiter im “Prix du Luxembourg”, bzw. anschließend sogar als Sieger in einem Gruppe III-Rennen (“Prix Pierre-Desiré Allaire”) aktuelle und auch starke Referenzen mit. Im letzten Jahr war der Hengst in diesem Rennen Sechster, wobei er seinerzeit ebenfalls aus der zweiten Startreihe loslegen musste und ihm zudem auch damals unmittelbar vor dem “Critérium” der Sieg in erwähntem Gruppe-Rennen gelang. 9 DREAMMOKO (Wim Paal) ist längst nicht mehr das Pferd vergangener Jahre und darüber hinaus auch mit keinerlei ausreichenden Empfehlungen ausgestattet. Ähnliches gilt für 12 DESIR DE BANNES (Nicolas Ensch), der relativ formlos daherkommt und mit allen vier Eisen sein erstes Gruppe I-Rennen bestreitet. Das “Grand Critérium de Vitesse Côte d`Azur” wird am Sonntag um 15.15 Uhr als 4.Rennen und zugleich als Quinté plus-Prüfung des Tages in Cagnes-sur-mer gestartet und ist selbstverständlich vollumfänglich auf www.pferdewetten.de bewettbar. 

pferdewetten.de-Quinté-Tipp: 8 Vivid Wise As – 5 Délia du Pommereux -1 Zacon Gio – 4 Billie de Montfort – 3 Cokstile  chancenreicher Außenseiter: 6 Etonnant