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Samstag: Einige Stars der Szene(n) zu Gast in Vincennes

(dip) Gleich zwei PrĂŒfungen, die den Status eines Gruppe-Rennens fĂŒr sich beanspruchen, finden sich im Samstags-Programm der Vincenner Veranstaltungskarte wieder, womit die sportliche Hochwertigkeit des Nachmittags keinerlei Zweifel zulĂ€sst. Sowohl der als 7.Rennen fixierte “Prix Jean Riaud” (Gruppe III, 90.000 €, 2850 Meter), als auch der exakt 30 Minuten spĂ€ter zur Austragung kommende “Prix ThĂ©ophile Lallouet” (Gruppe II, 120.000 €, 2700 Meter) mögen zwar quantitativ etwas unter den Erwartungen geblieben sein, doch wird dies durch die Anwesenheit gleich mehrerer Cracks gewiss mehr als nur kompensiert. 

Wieder Cleangame?

Speziell im mit elf Kandidaten bestĂŒckten “Jean Riaud” wimmelt es von prominenten Namen und teils hochklassig veranlagten Pferden, so dass dieses Gruppe III-Rennen als sportlicher Höhepunkt des Tages durchgehen wird. Allen voran muss in diesem Zusammenhang natĂŒrlich 11 CLEANGAME (Jean-Michel Bazire) genannt werden, der exakt zwei Wochen nach seiner keineswegs blamablen Niederlage gegen einen deutlich jĂŒngeren Nachwuchs-Star wieder auf die Siegerstraße zurĂŒckfinden möchte. Man mag möglicherweise darĂŒber diskutieren, ob er denn tatsĂ€chlich der beste, noch aktive Wallach der Welt, oder eben “nur” Frankreichs Nummer eins unter den aktuell noch im (Trab-)Renngeschehen befindlichen Wallachen ist, doch besteht ganz gewiss keine seriöse Diskussionsgrundlage darĂŒber, ob der ZehnjĂ€hrige dieses Rennen gewinnen kann. Trotz der fĂŒr ihn mittlerweile schon zum gewohnten Alltag zĂ€hlenden Zulage von 25 Metern, wird der Bazire-Crack vermutlich wieder den grĂ¶ĂŸten Zuspruch am Wettmarkt erhalten. Und dass Jean-Michel Bazire sein Paradepferd im Gegensatz zum letzten Mal sogar komplett barfuß aufbietet, unterstreicht die Ambitionen des zwanzigfachen “sulky d`or” noch mehr. Wie schon vor vierzehn Tagen trifft Cleangame dabei erneut auf seine TrainingsgefĂ€hrten 5 ELIE DE BEAUFOUR (Nicolas Bazire) und 3 REBELLA MATTERS (Christophe Martens), wobei speziell die erneute Konfrontation mit Elie de Beaufour von besonderem Interesse ist. Der zuvor viermal in Folge auf Gruppe-Parkett siegreich gewesene Wallach wurde schon beim ersten direkten Aufeinandertreffen mit Cleangame erwartungsgemĂ€ĂŸ stark beachtet, kam allerdings bei der TempoverschĂ€rfung in der vorentscheidenden Phase des Rennens plötzlich aus dem Tritt. Hier bekommt Elie de Beaufour nun also eine neue Chance, sich mit seinem prominenten TrainingsgefĂ€hrten zu messen und eine erste richtige Standortbestimmung bezĂŒglich des direkten Vergleichs zu erhalten. Glaubt man allerdings Trainer Jean-Michel Bazire (“Ich wĂŒrde sagen, dass Cleangame etwas besser als Elie de Beaufour ist”), der dieses Rennen in den letzten Jahren mit BĂ©lina Josselyn (2017), Beau Gamin (2018), BlĂ© du Gers (2019) und Dorgos de Guez (2021) durchweg  gewinnen konnte – 2020 fand dieses Rennen coronabedingt nicht statt – , sind die KrĂ€fteverhĂ€ltnisse im internen ranking jedoch klar abgesteckt. Dass der Sieger allerdings zwangsweise aus dem Bazire-Stall hervorgeht, ist trotzdem noch keinesfalls in Stein gemeißelt, was vornehmlich an 6 GU D`HERIPRE (Jean-Philippe Monclin) liegt. Der Prix d`AmĂ©rique-Dritte des Vorjahres hat sich nach langer und schwerer Verletzung seit seinem Comeback im Januar kontinuierlich gesteigert und lief bereits vor zwei Wochen im direkten Aufeinandertreffen nur knappe zwei LĂ€ngen hinter Cleangame ĂŒber die Ziellinie, womit er gleichzeitig andeutete, dass ab sofort wieder mit ihm zu rechnen sein muss. Nicht minder gefĂ€hrlich dĂŒrfte 10 DIABLE DE VAUVERT ((Foto, Tony Le Beller) einzustufen sein, der neben Cleangame als einziger Teilnehmer aus dem zweiten Band ins Rennen gehen wird. Der Hengst gewann am letzten Februar-Sonntag mit dem Prix de Paris das mit 4150 Meter lĂ€ngste Rennen des gesamten Wintermeetings, was fĂŒr Tony le Beller zugleich der erste Gruppe I-Erfolg seiner Karriere in Frankreich war. Mit dem zuletzt in einer deutlich harmloseren Aufgabe siegreich gewesenen 9 CE BELLO ROMAIN (Anthony Barrier), sowie der stets einsatzwilligen, von ihrem Trainer jedoch meistens viel zu aufwĂ€ndig vorgetragenen 8 CHICA DE JOUDES (Alain Laurent) finden sich in dieser PrĂŒfung noch weitere bekannte Namen wieder, die die diesjĂ€hrige Ausgabe zweifelsfrei zu einem Gruppe III-Rennen der besseren Art werden lassen.
pferdewetten.de-Tipp: 11 Cleangame – 6 Gu d`HĂ©riprĂ© – 5 Elie de Beaufour  chancenreicher Außenseiter: 10 Diable de Vauvert

Historische Chance fĂŒr Clegs des Champs

Eine wenn auch nicht vergleichbare, zumindest im Ansatz aber Ă€hnliche Konstellation, finden wir bei der Betrachtung des im unmittelbaren Anschluss folgenden und unter dem Sattel ausgetragenen “Prix ThĂ©ophile Lallouet” (Gruppe II, 120.000 €, 2700 Meter). Auch dieses Rennen hat einen in seiner Disziplin hocherfolgreichen Wallach als AushĂ€ngeschild, der sich als bereits wiederholter Sieger dieses Rennens an die erneute Titelverteidigung macht. 7 CLEGS DEC CHAMPS (David Thomain) gewann diesen Halbklassiker bereits in den Jahren 2019 und 2021, womit ihm zugleich am Samstag die Möglichkeit eröffnet wird, im wahrsten Sinne des Wortes Geschichte zu schreiben. Bislang konnten sich vor ihm lediglich zwei Pferde doppelt in die Siegerliste dieses Rennens eintragen (Quemeu d`Ecublei 2010+2011, bzw. Jag de Bellouet 2004+2005); einen dreifachen Triumph gab es bislang noch nie. Und dass der wie Cleangame zehnjĂ€hrige Wallach im 8.Rennen des Samstags tatsĂ€chlich fĂŒr einen historischen Augenblick dieses Rennens sorgen könnte, erscheint zumindest nicht unwahrscheinlich. Der Wallach gewann zwei, seiner letzten drei Starts und bezwang dabei mit 3 CHALIMAR DE GUEZ (Jean-Yann Ricart) und 4 FIRE CRACKER (Anthony Barrier) immerhin zwei, seiner auch diesmal wieder anwesenden Gegner. Mit der Cornulier-Dritten 6 ETOILE DE BRUYERE (Adrien Lamy) und vor allem der MontĂ©-Entdeckung dieses Winters 5 DIAMANT DE TREABAT (ClĂ©ment Frecelle) gesellen sich allerdings zwei weitere chancenreiche und prinzipiell kaum schlechter einzustufende Konkurrenten mit dazu, die dem angepeilten Hattrick des doppelten Titelverteidigers – auch dieses Rennen fiel 2020 der Pandemie zum Opfer und fand nicht statt – nicht sonderlich viel abgewinnen und stattdessen lieber ihre eigenen Chancen geltend machen wĂŒrden. Der “Prix Jean Riud” wird am Samstag als 7.Rennen um 17.35 Uhr, der “Prix ThĂ©ophile Lallouet” als 8.Rennen um 18.05 Uhr gestartet.

pferdewetten.de-Tipp: 7 Clegs des Champs – 5 Diamant de TrĂ©abat – 4 Fire Cracker 

chancenreicher Außenseiter: 6 Etoile de Bruyùre