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Donnerstag: Gruppe III-Rennen in Bordeaux

(dip) Ein eher ungewohnter Rennplatz zu einer noch ungewöhnlicheren Zeit ist am Donnerstag Schauplatz eines Gruppe III-Rennens. Der “Grand Prix SC Immobilier Equestre”  (Gruppe III, 66.000 €, 2650 Meter) steht als 5.Rennen, der aus insgesamt acht PrĂŒfungen bestĂŒckten Vorabend-Karte in Bordeaux an, in dem sich um 18.45 Uhr ein 14-köpfiges Teilnehmerfeld aus drei BĂ€ndern auf die Reise machen wird.

Das Pferd mit den zwei Gesichtern

Trotzdem der Rechtskurs des “Hippodrome du Bouscat” nicht gerade zu den regelmĂ€ĂŸigen Zielorten der französischen Top-Fahrer zĂ€hlt, ist mit dem amtierenden Champion Eric Raffin, sowie Frankreichs Vize Matthieu Abrivard durchaus Prominenz in der sĂŒdwest-französischen Weinstadt zu Gast. Letzterer steuert mit dem schwierigen, dafĂŒr aber laufgewaltigen 5 FABULOUS DREAM (Matthieu Abrivard/Foto) einen reellen SieganwĂ€rter, sofern der Hengst die 2650 Meter fehlerfrei absolviert. Wer vor drei Wochen den Auftritt des von einem ehemaligen Prix d`AmĂ©rique-Siegers abstammenden SiebenjĂ€hrigen in Vincennes gesehen hat und diese Vorstellung als Maßstab fĂŒr diese Aufgabe nimmt, wird vermutlich ohne zu zögern den Sieger dieses Rennens zu kennen glauben. In sehr starken 13,2/2700 Meter schlug der Hengst nach einem guten Vortrag Abrivards als Erster an, womit er sich auch in dieser Gesellschaft, speziell von der Grundmarke aus, einiges ausrechnen darf. Leider aber ist der Royal Dream-Sohn nicht immer so gut aufgelegt wie an jenem Samstag, was er auch umgehend beim darauf folgenden Engagement dokumentierte. Unmittelbar nach dem “Ab” kam der Hengst von den Beinen und wurde zeitig disqualifiziert. Dass Fabulous Dream von seinen letzten vier Starts lediglich einen fehlerfrei, den dafĂŒr aber siegreich beendete, spricht rein statistisch betrachtet ebenso wenig fĂŒr ihn, wie die Tatsache, dass er seinen ersten und bislang einzigen Auftritt auf dieser Bahn in Bordeaux ebenfalls verpatzt hat. Dem gegenĂŒber steht allerdings die Tatsache, dass er prinzipiell rechts herum durchaus funktionieren kann, wie sein Erfolg in Meslay-du-Maine Ende letzten Jahres zeigt, wo er sich neben seinem völlig problemlos herausgelaufenen Sieg gleich auch noch einen neuen Distanzrekord holte. Ein Pferd mit zwei Gesichtern, wenn man so will. Doch welches zeigt er uns in diesem Rennen?

Der Champion und die Fee
Wer dem derzeit auf Rang drei im diesjĂ€hrigen Championat liegenden Abrivard ob seines vierbeinigen Wackelkandidaten nicht ganz ĂŒber den Weg traut und sich dementsprechend anders orientieren möchte, könnte alternativ bei 2 FÉE DE RANCHVAL (Eric Raffin) fĂŒndig werden. Frankreichs aktueller “sulky d`or”, der sich momentan allerdings hinter dem unverĂ€ndert so furios und erfolgreich, wie noch niemals zuvor agierenden Alexandre Abrivard auf Platz 2 im Gesamtklassement wiederfindet, steuert ein deutlich unkomplizierteres Pferd, das derzeit auf einer kleinen Welle der Euphorie schwimmt. Nach zwei blitzsauberen Treffern in Vincennes und Cordemais, die im Übrigen beide mit Raffin gelangen, ist die Stute derzeit eines der AushĂ€ngeschilder ihres Trainers Emmanuel Varin, dessen Formkurve im Stall seit einiger Zeit ohnehin zaghaft nach oben zeigt. Zwar steigen die AnsprĂŒche in diesem Gruppe-Rennen natĂŒrlich weiter, doch befindet sich die SiebenjĂ€hrige derzeit in der Form ihres Lebens und darf auch diesmal wieder auf die Hand des Champions bauen. Da auch fĂŒr sie ein Platz im ersten Band reserviert worden ist, könnten die Vorzeichen auf ein abermals gutes Abschneiden nicht besser sein.

Starkes erstes Band 
Mit dem in diesem Jahr bereits fĂŒnfmal zum Zuge gekommenen 4 FRILOUZ DE KERNAS (SĂ©bastien-Emmanuel Pasquier) wird nicht nur das mit Abstand formstĂ€rkste Pferd im gesamten Feld, sondern praktischerweise auch gleich noch ein Bahnspezialist ebenfalls von der Grundmarke abgehen. Zwar findet es der Wallach bei seiner Premiere auf Gruppe-Parkett vergleichsweise sogar um ein Vielfaches anspruchsvoller vor als sonst, doch Ă€hnlich wie bei FĂ©e de Ranchval gilt auch fĂŒr ihn: Wenn nicht jetzt, wann dann? Viel bessere Grundvoraussetzungen könnte es fĂŒr den wie immer ohne Eisen in sein bisher wichtigstes Rennen der Karriere gehenden 16-fachen Sieger nicht geben. Mit 6 CRIS LUIS PORSGUEN (FrĂ©dĂ©ric Clozier), der bei seinen letzten zehn Starts allein achtmal auf dem Treppchen stand, der von Jean-Michel Bazire vorbereiteten 1 GLORIA BERRY (Nicolas Brossard) und dem nahezu perfekt im ersten Band stehenden und erst kĂŒrzlich auf diesem Level als Vierter schon einmal positiv ĂŒberraschenden 7 DAY DE BELLOUET (Paul Ploquin) starten noch weitere chancenreiche Teilnehmer von der qualitativ gut ausgestatteten Grundmarke. 

Chancenreiche Zulagenpferde
Aus dem zweiten Band werden sich speziell 11 Crack Money und 13 Dexter Chatho einiges ausrechnen dĂŒrfen. 11 CRACK MONEY (CĂ©dric Terry) lief im vergangenen Monat sowohl in Lyon (II.), als auch in einer gut besetzten Aufgabe in Vincennes als Vierter gut genug, um auch hier wichtig werden zu können. Im vergangenen Jahr gewann der Wallach unter anderem zwei Gruppe III-Etappen zum Grand National du Trot (GNT), womit er hier ungeachtet der 25 Meter im Rucksack, sogar zum Kreis der SieganwĂ€rter zuzuordnen ist. Ähnlich gute Voraussetzungen sind fĂŒr 13 DEXTER CHATHO (Charles Bigeon) zu entdecken. Der Wallach kommt aus zum Teil sogar deutlich anspruchsvolleren Rennen aus Vincennes, wo ihm im Wintermeeting immerhin ein Treffer gelang. Das hier Verlangte sollte der Wallach allemal können, wenngleich er bei seinen bislang eher wenigen Auftritten auf Rechtskursen noch ohne Sieg ist, was natĂŒrlich etwas zur Vorsicht mahnt. FĂŒr 12 DIABLO DU NOYER (Nicolas Bazire) mĂŒsste schon alles passen, um hier eine entscheidende Rolle spielen zu können. Immerhin gelang dem Hengst sein letzter Sieg rechts herum, weshalb er zumindest eine Außenseiter-Position einnehmen wird. Gar mit doppelter Zulage geht als einziger Teilnehmer 14 CLARCK SOTHO (Guillaume Martin) in diese PrĂŒfung hinein. Sowohl in Anbetracht der erneuten, wenn auch diesmal nur kurzen Pause, als auch unter BerĂŒcksichtigung der Tatsache, dass der ZehnjĂ€hrige unverĂ€ndert mit allen vier Eisen aufgeboten wird, ist das Abfeuern eines Offensivfeuerwerks mit zusĂ€tzlich zurĂŒckzulegenden 50 Metern eher nicht zu erwarten.

pferdewetten.de-Tipp:  5 Fabulous Dream – 11 Crack Money – 4 Frilouz de Kernas 

chancenreicher Außenseiter: 2 FĂ©e de Ranchval