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Samstag: Deutsche Pferde in Enghien – QuintĂ© mit Wild West Diamant und City Guide

(dip) Nicht einmal 24 Stunden nach dem Auftritt mit Usain Lobell in Vincennes gibt es keine 30 Kilometer weiter entfernt bereits den nĂ€chsten deutschen HochkarĂ€ter zu bewundern. Mit 2 WILD WEST DIAMANT (Foto, Alexandre Abrivard) gibt sich kein Geringerer, als der deutsche Derbysieger des Jahres 2020 auf dem Hippodrome d`Enghien-Soisy die Ehre, um sich dort im QuintĂ© plus-Rennen des Tages, dem “Prix du RhĂŽne” (70.000 €, 2150 Meter) mit 15 Gegnern zu messen. Schwer, aber sicher nicht unlösbar, könnte man die Aussichten des vom amtierenden deutschen ZĂŒchter-Champion Max Schwarz gezogenen Hengstes in diesem großen Feld bezeichnen, das neben der stattlichen Anzahl von Teilnehmern vor allem dadurch auffĂ€llt, dass es außergewöhnlich international zusammengestellt ist. Fast die HĂ€lfte des Feldes besteht aus AuslĂ€ndern, wobei mit 15 CITY GUIDE (Michel Rothengatter) erfreulicherweise auch noch ein zweites deutsches Pferd unter Order ist.

Die Deutschen

FĂŒnfmal war 2 WILD WEST DIAMANT (Alexandre Abrivard) bisher in Frankreich am Start. Mit vier guten und teils sogar sehr guten Platzierungen in Vincennes, die ausnahmslos auf Ă€hnlichem, bzw. sogar noch höherem Parkett erzielt wurden, wird man mit der bisherigen Ausbeute im Quartier des FĂŒnfjĂ€hrigen sicher nicht unzufrieden sein. Einzig sein Gastspiel auf dieser Bahn endete im vergangenen Sommer mit einem achten Platz auf den ersten Blick etwas enttĂ€uschend, wobei es der Hengst allerdings mit einem Großteil der französischen Jahrgangsspitze zu tun bekam, was das Resultat zumindest etwas relativiert. Seitdem ist der “Diamant” um einiges stĂ€rker geworden und findet hier eine Aufgabe vor, die voll und ganz seiner Kragenweite entspricht. Ein Platz in der QuintĂ© sollte daher ein sehr realistisches Ziel sein, je nach Rennverlauf vielleicht sogar mit der Option “auf mehr”. BezĂŒglich der Aussichten von 15 CITY GUIDE (Michel Rothengatter) darf zumindest verhaltener Optimismus angebracht sein. Der seit diesem Jahr unter der Obhut von Michel Rothengatter stehende SiebenjĂ€hrige, der im gesamten vergangenen Jahr in Frankreich aktiv war und dabei ein Rennen in Marseille gewinnen konnte, hat sich seit dem Quartierswechsel einige Male in den niederlĂ€ndischen PMU-Rennen prĂ€sentiert und sich dort auch ordentlich verkauft. Vor zwei Monaten zog er in Wolvega im direkten Aufeinandertreffen mit Wild West Diamant allerdings den KĂŒrzeren und landete zweieinhalb LĂ€ngen dahinter. Insgesamt betrachtet scheint dem siebenjĂ€hrigen Wallach der Wechsel zu Michel Rothengatter, der im letzten Jahr durch den Sieg im deutschen Stutenderby mit Lumumba seinen bislang wichtigsten Karriere-Erfolg feiern durfte, aber gut getan zu haben. Dennoch wĂ€re ein Top 5 Platz in diesem Rennen wĂ€re fĂŒr ihn schon ein Erfolg.

Die Favoriten

Orientiert man sich an den jĂŒngsten Formen, fĂŒhrt natĂŒrlich kein Weg an 3 KENNEDY (Adrien Lamy) vorbei. Dreimal in Folge war der aus einer italienischen Ausnahmestute hervorgehende und fĂŒr schwedische Interessen startende Hengst nun nicht zu schlagen, so dass er sich als das gegebene Einsatzpferd fĂŒr alle QuintĂ©-Möglichkeiten geradezu aufdrĂ€ngt. Gefahr drohen könnte ihm u.a. von 1 HARIBO DU LOISIR (LĂ©o Abrivard), der als Empfehlung einen aktuellen Gruppe III-Erfolg aus Vincennes mitbringt. Mit 8 HEART OF GOLD (Matthieu Abrivard) kommt zudem ein frischer Bahn – und Distanzsieger an den Ablauf, der bei einer etwaigen BestĂ€tigung natĂŒrlich gleichfalls weit vorn zu erwarten wĂ€re. Der Sieg vor vier Wochen kam zwar einerseits nicht aus völlig heiterem Himmel, andererseits darf man ihn schon aufgrund der Eventualquote (33:1) als sensationell bezeichnen, zumal er sich auch nicht zwingend angedeutet hatte. Auch der aus dem finnischen GestĂŒtsbuch hervorgehende, mittlerweile aber bei Philippe Allaire in Frankreich stationierte 11 SAHARA JAEBURN (Francois Lagadeuc), muss angesichts seiner Leistungsentwicklung in seiner neuen Heimat zum Kreis der Mitfavoriten zĂ€hlen. Der FĂŒnfjĂ€hrige verfĂŒgt ĂŒber klar ansteigende Form, auch wenn die jĂŒngsten beiden Auftritte in der französischen Provinz natĂŒrlich separat betrachtet werden mĂŒssen. Ungeachtet dessen ist der einstige finnische Kriteriumssieger aber deutlich gesteigert und tritt darĂŒber hinaus auch in starker Hand an, weshalb ihm guten Gewissens ein Platz auf dem FĂŒnfer-Treppchen zugestanden werden darf. 

Herausforderer und Außenseiter

Dass speziell auf kurzen Distanzen die italienischen Pferde oftmals ihre StĂ€rken haben, ist lĂ€ngst kein Geheimnis mehr. Hier kommen mit 5 BOLERO GAR (Jean-Philippe Monclin) und 14 BALSAMINE FONT (Santo Mollo) gleich zwei Pferde aus dem Stiefelland an den Ablauf, die beide etwas gemeinsam haben: Sowohl der aus der ersten Reihe abgehende Hengst, als auch die in die zweite Startreihe verbannte Stute verfĂŒgen streng nach Papierform ĂŒber keine aktuellen Empfehlungen fĂŒr einen vorderen Rang. Dennoch scheinen sie hier nicht gĂ€nzlich unmöglich zu sein. Bolero Gar lief hier im vergangenen Jahr schon einmal als Zweiter ĂŒber die Ziellinie, wobei er u.a. sogar den spĂ€teren “AmĂ©rique”-Zweiten Galius hinter sich ließ! Sogar noch etwas besser lesen sich die Referenzen von Balsamine Font, die hier im letzten Jahr auf dieser Distanz eine allerdings etwas einfachere Aufgabe lösen konnte, um wenige Wochen spĂ€ter sogar eine SprinterprĂŒfung in Vincennes zu gewinnen. Etwas weniger spekulativ dĂŒrfte hingegen der Hinweis auf 4 FILLE DU CHENE (Anthony Duperche) sein, die beim zweiten Start nach der Pause weiter gefördert sein wird. Trainer Julien Le Mer verzichtet anlĂ€sslich dieser Aufgabe auch gleich mal auf alle Eisen, was die hauseigenen Erwartungen automatisch zum Ausdruck bringen lĂ€sst. Erfahrungen auf Bahn und Distanz sind reichlich vorhanden, so dass der Stute hier einiges zuzutrauen ist. Nicht ganz ungefĂ€hrlich dĂŒrfte zudem 10 CYRANO DE B. (Franck Nivard) sein, der diesmal in der Hand eines Top-Fahrers an den Ablauf kommt und die aktuell gute Form im Stall von Trainer Jarmo Niskanen, der u.a. am Mittwoch in Le CroisĂ©-Laroche gleich zweimal Grund zum Jubeln hatte, möglicherweise weiter aufhĂŒbschen kann. 


Der Start des als 3.Rennen anberaumten “Prix du RhĂŽne” ist am Samstag um 15.15 Uhr und kann selbstverstĂ€ndlich in vollem Umfang bei www.pferdewetten.de bewettet werden.


pferdewetten.de-QuintĂ©-Tipp: 3 Kennedy – 1 Haribo du Loisir – 2 Wild West Diamant –  11 Sahara Jaeburn –  4 Fille du ChĂȘne  chancenreicher Außenseiter: 10 Cyrano de B.