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Sonntag in Vincennes: Jahreshöhepunkt am “Tag der Champions” mit fünf Gruppe I-Rennen

(dip) Endlich ist es soweit! Mit dem “journee des champions”, wie der stets im Juni ausgetragene wichtigste Tag des französischen Rennkalenders in diesem Jahr offiziell beworben wird, erwartet den geneigten Trabrennsport-Fan in Nah und Fern ein sportliches Dauer-Feuerwerk der besonderen Art. Mit nicht weniger als fünf(!) Gruppe I-Rennen  – damit zwei mehr, als am “Amérique-Sonntag” – und mehr als 1,4 Millionen Euro an Rennpreisen, bleibt Frankreichs Nobelbahn in Vincennes wirklich nichts schuldig, um die Voraussetzungen für einen neuerlichen “super sunday” zu schaffen. Mit zwei Gruppe III-Prüfungen als appetizer beginnt das um 13.23 Uhr eingeläutete Spektakel bereits überdurchschnittlich gut, bevor dann eine knappe Stunde später im 3.Rennen des Nachmittags die erste ganz große Delikatesse serviert wird.

Offener “Essai”

Im “Prix d`Essai” (Gruppe I, 200.000 €, 2700 Meter) machen sich nicht weniger als 15 dreijährige Sattelspezialisten auf die Jagd nach dem ersten Lorbeerkranz des Nachmittags. Nachdem 15 JASPERS TURGOT (David Thomain) sich in diesem Jahr bereits zwei Halbklassiker holen konnte, dürfte er zumindest von der Papierform her als das zu schlagende Pferde in diesem großen Feld gelten, doch wird es ihm die sehr veranlagte 12 JOYEUSE (Mathier Mottier), über die ihr Reiter bereits vor einigen Wochen verlauten ließ, dass er in der Stute eine seiner größten Hoffnungsträgerinnen für die Zukunft sehe, gewiss alles andere als einfach machen. Darüber hinaus stehen mit dem kürzlichen “Gai Brillant”-Triumphator  13 JUBILÉ PRIOR (Aurelien Desmarres), dem frischen Sieger 7 JELYSON (Yoann Lebourgeouis) sowie dem in starker Hand antretenden 11 JORGOS DE GUEZ (Anthony Barrier) weitere formstarke Herausforderer in der Warteschlange, die bei etwaigen Schwächen oder gar Ausfällen der Konkurrenz zur Stelle wären. Geradezu verdächtig auffällig ist zudem das Monté-Debut von 14 JOYNER SPORT (Alexandre Abrivard), für das Trainer und Besitzer Philippe Allaire ausgerechnet dieses schwere Rennen herausgesucht und dafür auch gleich einen der Top-Reiter des Landes verpflichtet hat. 

Präsident oder Präsidentin?

Zweiter top act des Sonntags ist zwei Rennen später um 15.50 Uhr der ebenfalls unter dem Sattel ausgetragene “Prix du Président de la République” (Gruppe I, 240.000 €, 2850 Meter), der die vierjährigen Hengste und Stuten anspricht. Nachdem dieser Klassiker in den vergangenen sechs Jahren durchweg von Stuten gewonnen wurde, wird die Aufmerksamkeit natürlich vorwiegend auf 12 IDÉALE DU CHÊNE (Paul Ploquin) gerichtet sein, die nicht nur als das beste weibliche Monté-Pferd des Jahrgangs gilt, sondern sich mit dem “Prix de Vincennes” immerhin schon einmal einen Gruppe I-Skalp sichern konnte. Mit dem zuletzt zwar nicht immer vollauf überzeugenden, aber ebenfalls schon auf höchstem Parkett zum Zuge gekommenen 13 ICI C`EST PARIS (David Thomain), sowie dem jüngst beim Comeback gleich wieder in hervorragender Manier siegreich gewesenen 11 INDIGO DU PORET (Eric Raffin) melden sich aber auch die beiden besten Hengste des Jahrgangs in diesem reputationsreichen Rennen zu Wort. Beide werden sicher alles versuchen, um die jahrelange Stutendominanz zu unterbrechen und sich im besten Falle selbst zum “Präsidenten” zu küren.

Revanche

Schlag auf Schlag folgen dann im direkten Anschluss die restlichen drei Hochkaräter dieses sportlichen Feiertags. Der als 6.Rennen gelaufene “Prix Albert Viel” (Gruppe I, 200.000 €, 2700 Meter) sieht die besten französischen Dreijährigen vor dem Sulky am Start, in dem es 14 JUST A GIGOLO (David Thomain) trotz der jüngst ziemlich überraschenden Niederlage zuzutrauen ist, nach dem “Critérium des Jeunes” sein zweites Gruppe I-Rennen zu gewinnen. Der Jahrgangsprimus bekommt es dabei erneut mit der besten Stute des Jahrgangs 15 JAZZY PERRINE (Eric Raffin) zu tun, die nach der knappen Niederlage im “Critérium” zur Revanche bittet. Die markante Schimmelstute, die bei ihren bisherigen zwölf Auftritten ausnahmslos auf den Plätzen eins und zwei landete, sicherte sich nach der erwähnten Niederlage sofort wieder zwei Halbklassiker und unterstrich dabei ihre unverändert gute Verfassung. Die im Laufe des Jahres klar gesteigerte 13 JOKE (Gabriele Gelormini), der mitunter diffizile, aber laufgewaltige 12 JUNINHO DRY (Paul Ploquin), sowie der kürzlich in brillianter Manier zum Zuge gekommene 11 JAKARTAS DES PRÉS (Alexandre Abrivard) sind weitere Kandidaten, denen bei einem einigermaßen passendem Rennen vieles zuzutrauen ist.

Fantastischer “Normandie”

Gleich danach wird mit dem “Prix de Normandie” (Gruppe I, 240.000 €, 3000 Meter) das beste fünfjährige Monté-Pferd gesucht. Mit 13 HIRONDELLE DU RIB (Jean-Loic Claude-Dersoir) und 8 HALLIX (Eric Raffin) treffen pikanterweise die beiden Erstplatzierten aus dem letztjährigen “Prix du Président de la République” erstmals nach fast auf den Tag genau einem Jahr wieder aufeinander, womit diese ohnehin exzellent besetzte Prüfung eine zusätzliche Pointe erhält. Mit dem kürzlich in bärenstarker Manier gegen nicht weniger als acht seiner heutigen Gegner zum Zuge gekommenen 11 HATCHET MAN (David Thomain) ist ein weiterer reeller Siegkandidat mit dabei, was unter Umständen auch auf 7 HANDY BOURBON (Alexandre Abrivard) zutreffen könnte. Der Hengst rannte bei seinem Monté-Debut vor sechs Wochen seine gewiss nicht schlechte Konkurrenz regelrecht in Grund und Boden, doch war die Distanz seinerzeit fast ein Kilometer kürzer als diesmal, was bei allem Respekt und Erstaunen ob dieser famosen Leistung zumindest ein kleines Fragezeichen erlaubt. Frankreichs Monté-Champion sattelt 5 HILYROSE D`ICELEA (Mathieu Mottier), die vermutlich eine etwas kürzere Strecke bevorzugen würde, hier aber ebenso wie die extrem zuverlässige und immer besser werdende 9 HAPPY AND LUCKY (Adrien Lamy) ihre Chancen suchen wird. 

Das Beste zum Schluss

Krönender Abschluss dieses Gruppe I-Quintetts an diesem Pariser Mega-Renntag ist im 8.Rennen der “Prix René Ballière” (Gruppe I, 200.000 €, 2100 Meter), in dem sich trotz der etwas enttäuschenden Anzahl von lediglich zehn Startern ein qualitativ erstklassiges Starterfeld ergab. Führt man sich allein vor Augen, dass in den Siegerlisten dieses Rennens in den vergangenen Jahren allein viermal der Name Bold Eagle auftauchte und auch Face Time Bourbon diesen Klassiker zweimal gewinnen konnte, kann man sich in etwa vorstellen, welch herausragende Qualität Jahr für Jahr in diesem Sprintrennen steckte. Dem Anlass entsprechend finden sich natürlich auch in der diesjährigen Ausgabe etliche prominente Namen wieder, die sich hier die Klinke in die Hand geben. Vom inneren Startplatz geht 1 VIVID WISE AS (Matthieu Abrivard) ins Rennen, der sich im Wintermeetings mit dem “Prix de France” bereits eine vergleichbare Prüfung sichern konnte. 2 DIABLE DE VAUVERT (Tony Le Beller) läuft schon seit Monaten in der Form seines Lebens, doch liegen seine besonderen Stärken bekanntlich auf den längeren Distanzen, was er u.a. erst noch vor vier Wochen am Elitloppet-Wochenende eindrucksvoll unter Beweis stellte. Mit besonderer Spannung wird der Auftritt des diesjährigen “Amérique”-Zweiten 4 GALIUS (Yoann Lebourgeouis) erwartet, der seinerzeit den möglichen Sieg im “la belle” erst mit dem buchstäblich letzten Schritt verpasste. Anfang des Monats hat sich der Hengst mit einer sehr starken Leistung aus einer mehrwöchigen Startpause zurückgemeldet und tritt nun ohne Eisen an, was als klare Kampfansage aufzufassen ist und die Ambitionen des Sechsjährigen klar zum Ausdruck bringt. Ein weiterer Hochkaräter dieses Rennens ist 8 ETONNANT (Anthony Barrier), der sich vier Wochen nach seinem grandiosen Elitloppet-Sieg im schwedischen Solvalla erstmals wieder in Paris präsentiert. Mit der nimmermüden und nach wie vor im Konzert der Großen voll mitmischenden 9 DÉLIA DU POMMEREUX (David Thomain), dem kürzlichen Sensationssieger 7 GU D`HÉRIPRÉ (Jean-Philippe Monclin), dem gleichfalls mit einem aktuellen Erfolg ausgestatteten “Amérique”-Fünften 3 HOHNECK (Francois Lagadeuc), der nun mehrfach vom Pech verfolgten 6 AMPIA MEDE SM (Eric Raffin), sowie den beiden Bazire-Pferden 5 REBELLA MATTERS (Christophe Martens) und 10 FEYDEAU SEVEN (Nicolas Bazire) komplettiert sich das Teilnehmerfeld dieses fantastischen Rennens, das um 17.45 Uhr gestartet wird.

pferdewetten.de-Siegtipp des Tages: 210 Idao de Tillard

Diesmal ist sein Dauerrivale Izoard Védaquais nicht am Start, so dass der Weg für den hochveranlagten Hengst frei sein sollte.

pferdewetten.de-Platztipp des Tages: 804 Galius

Tritt nach seinem hervorragenden Comeback nun gefördert und vor allem barfuß an. Wäre selbst als Sieger sehr gut vorstellbar.

pferdewetten.de-Außenseitertipp des Tages: 314 Joyner Sport 

Der in prominentem Besitz stehende Hengst gibt sein Sattel-Debut ausgerechnet in einem hochanspruchsvollen Gruppe I-Rennen mit einem der besten Reiter Frankreichs. Ein Wink mit dem Zaunpfahl?