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Sonntag: Mister F Daag in La Capelle – Deutschlands Derbysieger von 2018 trifft u.a. auf Hohneck und DĂ©lia du Pommereux

(dip) Mit einem regelrechten Paukenschlag endet am Sonntag die bereits um 11.35 Uhr beginnende Veranstaltung in La Capelle. Hinter dem fast nicht enden wollenden Renntitel “Prix de la CommunautĂ© de Communes de la Grand ThiĂ©rache” (Gruppe II, 100.000 €, 1609 Meter), der als Bestandteil des “Trot Ă  Grande Vitesse” (TGV)-Circuits diesmal Station in der nicht einmal 2000 Einwohner zĂ€hlenden Gemeinde La Capelle macht, verbirgt sich ein exzellent besetzter Halbklassiker, der rein von der Besetzung her auch gut und gerne als Gruppe I-Rennen durchgehen könnte. Mit dem diesjĂ€hrigen Prix d`AmĂ©rique-FĂŒnften Hohneck, sowie der nimmermĂŒden DĂ©lia du Pommereux machen sich zwei absolute Stars aus dem obersten Regal der französischen Trabrennsport-Szene auf den Weg in den Norden des Landes, womit die Top-QualitĂ€t dieses Rennens bereits mehr als ausreichend dokumentiert wird. Erfreulicherweise ist aber mit Mister F Daag auch ein deutscher Faktor in dieser SprinterprĂŒfung mit dabei, dem man gewiss mehr, als nur eine Nebenrolle in diesem Rennen zutrauen darf.

Mister F Daag im Konzert der Großen

Es kommt nun wahrlich selten genug vor, dass sich ein deutsches Pferd in den hohen und höchsten Klassen Frankreichs gegen die zahlreichen einheimischen Cracks behaupten kann. Mit Jos Vanduffels AushĂ€ngeschild 3 MISTER F DAAG (Robin Bakker) könnte es am Sonntagnachmittag nach langer Zeit tatsĂ€chlich mal wieder zu solch einem besonderen Moment kommen. Der deutsche Derbysieger von 2018 hat sich spĂ€testens seit seinem famosen Auftreten am letzten Mai-Sonntag im schwedischen Solvalla auch außerhalb der heimischen Grenzen einen Namen gemacht. Bereits der spektakulĂ€re Sieg in seinem Vorlauf zum Elitloppet, als er u.a die beiden schwedischen Derbysieger Hail Mary (2020) und Who`s Who (2018), sowie den italienischen Ausnahmesprinter Vivid Wise As in neuer Rekordzeit in die Knie zwang, machte mĂ€chtig Eindruck und zugleich Lust auf mehr. Rang drei im Finale dieser inoffiziellen Sprint-Weltmeisterschaft war dann die endgĂŒltige BestĂ€tigung, dass Deutschlands momentan bestes Pferd tatsĂ€chlich auch “ganz oben” angekommen ist. Der aus der schier unendlichen Erfolgsschmiede des kongenialen niederlĂ€ndischen Duos Paul Hagoort (Trainer) und Robin Bakker (Fahrer) hervorgehende Hengst hat sich dabei in der jĂŒngeren Vergangenheit besonders auf den kĂŒrzeren Distanzen etabliert und dort auch reichlich Meriten erworben. Internationale Siege, wie etwa im niederlĂ€ndischen “Preis der Giganten”, im “Copenhagen-Cup” oder auch in der deutschen Breeders Crown, hatten ebenso ein gewisses standing wie seine Erfolge in Vincennes auf der dortigen – fĂŒr französische VerhĂ€ltnisse – Sprinterdistanz von 2100 Meter auf Gruppe III-Parkett, bzw. in seinem UET-Vorlauf. Nun geht es fĂŒr den deutschen Derby-Triumphator von 2018 am Sonntag hinsichtlich der erstklassigen Konkurrenten noch eine Treppe höher, wobei ihm die diesmal sogar ultrakurze Distanz von 1609 Meter in Verbindung mit der gut verlaufenen  Startplatzauslosung hilfreich sein wird.

Favorit Hohneck

Auf vermutlich keinen anderen Traber passt die Bezeichnung “Mister ZuverlĂ€ssig” besser, als auf 5 HOHNECK (Francois Lagadeuc). Von seinen 34 Lebensstarts beendete der SchĂŒtzling von Trainer und Besitzer Philippe Allaire lediglich einen einzigen nicht auf den ersten fĂŒnf PlĂ€tzen. Dies auf teilweise höchst möglichem Niveau, wohlgemerkt, wie u.a. bei seinem fĂŒnften Rang im “AmĂ©rique” oder in den zahlreichen klassischen und halbklassischen PrĂŒfungen des letzten Wintermeetings, die der Hengst allesamt auf den PlĂ€tzen eins und zwei beendete. NatĂŒrlich wird der mehrfach auf höchstem Parkett gestĂ€hlte Royal Dream-Sohn auch hier wieder die FavoritenbĂŒrde tragen, doch wird sich der frischgebackene “RenĂ© BalliĂšre”-Dritte am Sonntag zum ersten Mal ĂŒberhaupt auf der Meile prĂ€sentieren. Dass die 2100 Meter in Vincennes keinerlei Probleme fĂŒr den Fast-MillionĂ€r darstellen, ist hinlĂ€nglich bekannt. Wie es aber auf der noch kĂŒrzeren Strecke, in der vom ersten bis zum letzten Meter des Rennens Highspeed-Tempo zu erwarten ist, sein wird, steht (noch) in den Sternen. Einem Allrounder wie Hohneck muss man natĂŒrlich auch diese FĂ€higkeit zutrauen, doch ein zumindest kleines Fragezeichen bleibt zunĂ€chst stehen. Kein Fragezeichen, sondern ein fettes Ausrufezeichen steht hingegen hinter der aktuellen Form seines Fahrers Francois Lagadeuc, denn der 28-JĂ€hrige prĂ€sentierte sich erst noch am Freitagabend in Cabourg in bester Verfassung und gewann nicht weniger als drei Rennen.

Großverdienerin DĂ©lia

Mit ĂŒber 1,7 Millionen Euro Gewinnsumme ist 1 DÉLIA DU POMMEREUX (David Thomain) natĂŒrlich die reichste Teilnehmerin im gesamten elfköpfigen Feld. Und dass die Großverdienerin auch im etwas fortgeschrittenen Alter noch zu fast allen möglichen Taten bereit ist, bewies sie im vergangenen Jahr, als sie im “Prix de France” keinen Geringeren, als den seinerzeit fĂŒr nahezu unschlagbar gehaltenen Face Time Bourbon bezwang. Nach aktueller Form drĂ€ngt sich die mittlerweile neunjĂ€hrige Stute zwar nicht unbedingt auf, doch ist die Grundstimmung im Lager der Spitzenstute durchweg positiv. Trainer Sylvain Roger zeigte sich unter der Woche sehr optimistisch: “Sie hat mit der 1 eine gute Nummer erwischt, was ĂŒber die Meile von großer Bedeutung ist. DĂ©lia wird gut beginnen und sich dann den passenden RĂŒcken suchen. Unter den ersten Dreien sollte sie normalerweise sein, aber wenn alles perfekt lĂ€uft, kann sie sogar gewinnen.” 

Das restliche Feld

Von den ĂŒbrigen Teilnehmern verdient vor allem 6 DORGOS DE GUEZ (Tristan Ouvrie) einen Hinweis. Trainer Jean-Michel Bazire nimmt dem Wallach, der verletzungsbedingt lĂ€ngere Zeit ausfiel und nun zwei notwendige Aufbaustarts hatte, fĂŒr dieses Engagement die Eisen ab und lĂ€sst mit Tristan Ouvrie einen neuen Mitarbeiter seines staffs erstmals hinter dem 32-fachen Sieger Platz nehmen. Der kurz vor seinem 22.Geburtstag stehende Sohn von Trainer Franck Ouvrie ist auf dem Sprung zum Profi, zu dem ihm nur noch fĂŒnf Treffer fehlen. Mit der nicht optimalen Startnummer 6 scheint ein Sieg in dieser exquisiten Gesellschaft vermutlich nicht leicht realisierbar, aber immerhin hat es den Wallach besser etwas erwischt als 11 HUSSARD DU LANDRET (BenoĂźt Robin), der aus der zweiten Startreihe hinter Mister F Daag abgehen und auf eine zĂŒgig gelaufenes Rennen hoffen wird. 7 VIOLETTO JET (Franck Nivard) und 8 CALLE CROWN (Pierre Vercruysse), die im vorigen Jahr in diesem Rennen die PlĂ€tze 2 und 6 belegten, sowie 4 CARNAVAL DU VIVIER (Clement Duvaldestin), 9 DIGNE ET DROIT (Luca Gelormini) und 10 ET VOILA DE MUZE (Franck Ouvrie) gefallen von den ĂŒbrigen Kandidaten besser, als der MontĂ©-Spezialist 2 CARLY (Gabriel Angel Pou Pou), fĂŒr den so gut wie gar keine Chancen zu erkennen sind.

pferdewetten.de-Tipp: 5 Hohneck – 3 Mister F Daag – 1 DĂ©lia du Pommereux  – chancenreicher Außenseiter: 11 Hussard du Landret