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Freitag in Cabourg: 8. Etappe zum Grand National du Trot

(dip) Sehr enttĂ€uschend, um nicht zu sagen ziemlich ernĂŒchternd, fiel das Nennungsergebnis fĂŒr die achte Etappe des diesjĂ€hrigen GNT aus. Lediglich 11 Teilnehmer werden sich am Freitagabend in Cabourg fĂŒr das 2.Rennen hinter dem Startwagen versammeln, um im “Grand National du Trot Paris Turf” (Gruppe III, 90.000 €, 2725 Meter) erstmals seit 18 Jahren wieder eine GNT-Etappe auf dem Hippodrome de Cabourg in Angriff zu nehmen. Warum die dortige RĂŒckkehr des Grand National du Trot ein solch zahlenmĂ€ĂŸig dĂŒrftiges Resultat ergab, dĂŒrfte zu einem nicht unerheblichen Anteil in der speziellen Ausschreibung begrĂŒndet liegen. Die setzt nĂ€mlich die Teilnahme an mindestens einer, der bisherigen sieben Etappen voraus und schließt zugleich auch noch alle Pferde aus, die in den vergangenen zwölf Monaten ein Gruppe I-Rennen gewonnen haben. Somit blieb zum Beispiel Publikumsmagneten wie Galius oder auch Earl Simon (Sieger der fĂŒnften Etappe in Le CroisĂ©-Laroche) die mögliche und – zumindest im Falle von Galius – sogar sehr wahrscheinliche Teilnahme an diesem Rennen verwehrt. Dass nunmehr auch die in den GNT-PrĂŒfungen eigentlich obligatorische QuintĂ© diesmal mangels ausreichend Starter nicht angeboten werden kann, ist das eigentliche Dilemma dieser Geschichte und lĂ€sst fĂŒr die Zukunft eine gewisse Überarbeitung der ModalitĂ€ten erhoffen, bzw. erwarten. Ungeachtet dessen ist die QualitĂ€t dieses Rennens aber wieder einmal ĂŒberdurchschnittlich gut und dem Motto der diesjĂ€hrigen GNT-Serie (“Le Tour de France des Cracks”) in vollstem Maße angemessen.

Die Tour de France der Cracks

Auch wenn mit der Bezeichnung “Crack” oftmals eine mitunter etwas subjektive Bewertung einfließt, dĂŒrfte es bei einigen Vierbeinern aus diesem Elferfeld hinsichtlich dieser Einstufung keine zwei Meinungen geben. Allen voran gilt dies fĂŒr 4 HANNA DES MOLLES (Alexandre Abrivard), die als Gruppe I-Siegerin sowieso ĂŒber jeden Zweifel erhaben ist. Als einstige Gewinnerin des “CritĂ©rium des 3 ans”, wo sie seinerzeit u.a. solch GrĂ¶ĂŸen wie Hohneck oder Hooker Berry hinter sich ließ, ist die mit fĂŒnf Jahren jĂŒngste Teilnehmerin in diesem Feld hinsichtlich ihrer Klasse erste Wahl. In der laufenden Frankreich-Rundfahrt startete sie in ChĂąteaubriant mit einer ehrenvollen Niederlage gegen Cleangame, was alles andere, als eine Schande war. Etwas unglĂŒcklich agierte sie allerdings bei den beiden folgenden Etappen in Laval und vor allem in Le CroisĂ©-Laroche, wo sie in dem von Earl Simon gewonnenen Rennen mit etwas zu viel Schwung aus dem letzten Bogen heraus kam und dabei aus dem Rhythmus geriet. Sollte die Stute bei ihrem ersten Gastspiel in Cabourg glatt um die Bahn kommen, gehört sie zu den Top-AnwĂ€rterinnen auf den Sieg. Auch 10 ELVIS DU VALLON (David Thomain) darf sich ohne Übertreibung gewiss als Crack bezeichnen lassen. Der immerhin schon 600.000 € schwere Allrounder, den man im vergangenen Jahr unter anderem in der TrophĂ©e vert und auch im GNT mit beachtlichem Erfolg hat laufen sehen, kann an einem guten Tag in einer solchen Aufgabe ebenfalls wichtig werden. Und dass sich der Hengst speziell fĂŒr dieses Rennen fit and well prĂ€sentieren wird, dĂŒrfte so gut wie außer Frage stehen. Trainer Charles Cuiller bereitet seinen SchĂŒtzling nur knappe 15 Kilometer entfernt in seinem Trainingszentrum in Basseneville vor und hat bereits vor einiger Zeit verlauten lassen, dass fĂŒr Elvis du Vallon dieser GNT-Lauf in Cabourg die höchste PrioritĂ€tsstufe in diesem Sommer haben wĂŒrde. Nachdem sein Tour-Auftakt vor sechs Wochen in Laval mit Eisen erwartungsgemĂ€ĂŸ wenig erfolgversprechend ausfiel, zeigte sich der Hengst nur kurze Zeit spĂ€ter mit verĂ€ndertem Beschlag in einem stark besetzten Rennen in Vincennes gleich von ganz anderer Seite. Auch hier wird man trotz zweiter Startreihe mit ihm rechnen mĂŒssen, zumal er rechts herum als noch etwas stĂ€rker gilt.

QualitÀt pur

Wie hoch die QualitĂ€t dieses Feldes ist, spiegelt sich unter anderem darin wieder, dass mit 5 EIRE D`HÉLIOS (Francois Lagadeuc) nicht nur die klar FĂŒhrende (38 Punkte) im Gesamtklassement mit von der Partie sein wird, sondern auch deren Ă€rgste Verfolgerin 6 FREYJA DU PONT (Nicolas Bazire). Die Bazire-Stute, die bereits auf den Tour-Etappen in ChĂąteaubriant (III.) und Laval (II.) ausgezeichnet gefallen konnte, bringt als aktuelle Referenz einen starken vierten Platz aus einem Gruppe II-Rennen aus Vichy mit, wo sie nur ganz knapp hinter den Zweit- und Drittplatzierten ĂŒber die Linie lief. Mit 2 FARAH DES CAUX (Benjamin Rochard), die im MĂ€rz den GNT-Auftakt in Amiens gewann und sich im Anschluss sechs weitere Mal in Folge auf einem Podiumsplatz wiederfand, sowie dem in Reims auf dem dritten Tour-TeilstĂŒck erfolgreich gewesenen 7 GIROLAMO (Antoine LhĂ©rĂ©tĂ©) kommen zwei weitere Pferde an den Ablauf, die dieser Aufgabe einen gewissen Glanz verleihen. 

Außenseiterchance fĂŒr Lebourgeouis

Die Freunde von chancenreichen Außenseitern werden in diesem Rennen speziell ein Pferd “auf dem Schirm” haben, auch wenn es sich nach den jĂŒngsten Formen nicht wirklich aufdrĂ€ngt. Doch liegt 3 DJANGO DU BOCAGE (Yoann Lebourgeouis) derzeit mit 24 ZĂ€hlern immerhin auf Rang vier in der Gesamtwertung und fĂŒhlt sich in Cabourg nachweislich sehr wohl. Selbiges gilt mindestens genauso fĂŒr seinen Partner, denn Yoann Lebourgeouis ist bereits seit Jahren der dominierende Aktive beim jĂ€hrlichen Sommer-Meeting in der Normandie und hat darĂŒber hinaus seit dem Jahr 2018 als einziger Fahrer ĂŒberhaupt mehr als 100 Siege auf dieser Bahn verbuchen können. In diesem Jahr begann das Meeting fĂŒr den 37-JĂ€hrigen zwar Ă€ußerst schleppend (lediglich ein Erfolg an den bisherigen drei Veranstaltungstagen), doch wird sich dieser Trend bis zum Meetings-Ende am 30.August mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht fortsetzen.

pferdewetten.de-Tipp: 4 Hanna des Molles – 6 Freyja du Pont – 10 Elvis du Vallon  chancenreicher Außenseiter: 3 Django du Bocage