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Vincennes:  Prix de Bretagne als Quinté mit 17 Teilnehmern – Drei weitere Gruppe-Rennen am Sonntag

(dip) Der erste richtig spektakuläre Großkampftag des diesjährigen, gerade einmal 17 Tage alten Wintermeetings steht in den Startlöchern. Nicht weniger als vier anberaumte Gruppe-Rennen lassen bereits ohne vorherige Einsicht in die Starterlisten darauf schließen, dass am Sonntagnachmittag in Vincennes etwas Besonderes zu erwarten sein wird. Und tatsächlich trügt dieser Vorabeindruck in keinster Weise, denn was sich allein im Prix de Bretagne, dem ersten Qualifikationsrennen für den Ende Januar stattfindenden Prix d`Amérique angesammelt hat, ist schlichtweg sensationell. Mit dem diesjährigen “Amérique”-Zweiten Galius und der damals drittplatzierten Flamme du Goutier an der Spitze eines 17-köpfigen Feldes, steht ein überragender erster qualifyer ins Haus. Unmittelbar zuvor stehen aber zunächst einmal die Satteltraber im Mittelpunkt.

3.Rennen: Erneuter Sieg der Präsidentin?

Einen Monat vor dem mit Gruppe I-Status versehenen Prix Jag de Bellouet gibt sich ein Großteil der vierjährigen Monté-Elite im “Prix Ceneri Forcinal” (Gruppe II, 120.000 €, 2700 Meter) ein Stelldichein. Zahlenmäßig mit lediglich acht Startern eher dünn ausgefallen, qualitativ dagegen mit voller Kapelle spielend, präsentiert sich das kleine Feld um 14.33 Uhr, wobei in erster Linie sämtliche Augen auf 5 INTUITION (Adrien Lamy) gerichtet sein werden, die Ende Juni mit großer Überlegenheit den Prix du Président de la République gewinnen konnte und sich damit selbst zur Präsidentin krönte. Anschließend gewann die Stute auch ihre folgenden drei Auftritte unter dem Sattel, darunter mit dem Prix des Elites ein zweites Gruppe I-Rennen, womit die Frage nach der Favoritin für dieses Rennen beantwortet ist. Auf dem Weg zu einem nicht gerade unwahrscheinlichen weiteren Triumph trifft Intuition mit u.a. 1 INSHORE (Alexandre Abrivard), 4 INES DES RIOULTS (Benjamin Rochard), 6 IDEALE DU CHÊNE (Paul Ploquin) und 7 ICI C`EST PARIS (Francois Lagadeuc)  einige alte Bekannte wieder, die sie in den jüngsten drei Rennen allesamt hinter sich ließ. 

Direkt im Anschluss folgt dann das nominelle Highlight des Tages, das mit 17 Teilnehmern passenderweise auch für die Quinté herhalten kann, die zur sonntäglichen Standardzeit um 15.15 Uhr ausgefochten wird.


4.Rennen: Drei Amérique-Tickets zu vergeben

Mit dem “Prix d`Amérique Races Zeturf Q1” (Gruppe II, 120.000 €, 2700 Meter), wie der ungleich bekanntere und auch deutlich flüssiger über die Lippen kommende Prix de Bretagne in diesem Jahr offiziell heißt, werden die ersten drei Fahrkarten für den kommenden Prix d`Amérique verteilt. Wer es letzten Endes in diesem 17-köpfigen Mammutfeld schaffen wird, ist angesichts der hohen Qualität kaum vorherzusagen. Mit 13 GALIUS (Yoann Lebourgeouis) und 17 FLAMME DU GOUTIER (Théo Duvaldestin) sind die amtierenden Zweit- und Drittplatzierten aus dem diesjährigen “Amérique” ebenso als Top 3-Kandidaten vorstellbar, wie 2 HIP HOP HAUFOR (Christian Bigeon), der vor vier Wochen bei seinem 3.Platz im Europachampionat der Fünfjährigen zeigte, wozu er an einem guten Tag fähig sein kann. Erfolgscoach Philippe Allaire wirft mit 15 ITALIANO VERO (David Thomain) einen seiner diversen Vierjährigen-Cracks ins Rennen und wäre ganz sicher ebenso an einer frühen Qualifikation interessiert, wie das Bazire-Duo 14 ZARENNE FAS (Jean-Michel Bazire) und 16 HOOKER BERRY (Nicolas Bazire). Sehr gespannt wird natürlich der Auftritt von 8 AMPIA MEDE SM (Franck Nivard) zu verfolgen sein, deren Stern im letzten Wintermeeting aufging, als sie auf dem Weg zum “Amérique” eine atemberaubende Siegesserie hinlegte, die leider ausgerechnet im Prix Ténor de Baune jäh endete. Mit Franck Nivard im Sulky darf die Italienerin auf einen ihr bestens bekannten Partner bauen, der den Prix de Bretagne bereits dreimal gewinnen konnte (2007 Kool du Caux, 2011 Ready Cash und 2016 Anna Mix). Wirft man einen Blick auf die zeitlichen Abstände dieser Erfolge Nivards, müsste dem Gesetz der Serie nach in der diesjährigen Ausgabe die Siegerin Ampia Mede SM heißen, doch bleibt natürlich mehr als fraglich, ob ihre 16 Gegner dieses kleine Zahlenspiel ebenso akzeptieren werden. Mit dem diesjährigen Sensationssieger aus dem Critérium des 5 ans, 7 HUSSARD DU LANDRET (Benoït Robin), dem bei dieser Gelegenheit Viertplatzierten 5 HATCHET MAN (Anthony Barrier), sowie dem Schweden 1 RACKHAM (Alexandre Abrivard) erweitert sich die Gruppe der potenziellen Kandidaten für die begehrten ersten drei Plätze um weitere drei Bewerber, so dass dieser offen wie schon lange nicht mehr anmutende Prix de Belgique eine mehr als würdige Quinté-Prüfung darstellt, in der man bereits im Vorfeld hohe Quoten nahezu garantieren kann. 
Der dritte sportliche top act des Tages erfolgt dann eine gute Stunde später um 16.25 Uhr. 

6.Rennen: Sprinterqualitäten gefragt

Der mit dem Auto gestartete “Prix de Boissy-Saint-Leger” (Gruppe III, 80.000 €, 2100 Meter) ist als course européenne auch ausländischen Teilnehmern zugänglich, was bei Pferden aus Italien, Dänemark und Finnland erfreulicherweise auch einen gewissen Zuspruch gefunden hat. Mit 5 BILO JEPSON (David Thomain) startet ein aktueller Gruppe III-Sieger in dieser, für französische Verhältnisse als Sprinterprüfung durchgehenden Aufgabe, der als gebürtiger Italiener den kurzen Weg ganz sicher schätzen wird. Mit der gleichfalls zuletzt siegreich gewesenen 2 I LOVE ME (Yoann Lebourgeois), 7 HANDY BOURBON (Gabriele Gelormini), 8 HORSY DREAM (Eric Raffin) und der in die zweite Reihe verbannten Doppelsiegerin 14 HAZIELLA D`AMOUR (Alexandre Abrivard) stehen aber zumindest drei ernsthafte Rivalen Gewehr bei Fuß. Beim nun mehrfach enttäuschenden 3 SAHARA JAEBURN (Francois Lagadeuc) ist der Knoten zwar immer noch nicht geplatzt, doch wäre der einstige finnische Kriteriums-Sieger an einem guten Tag in einer solchen Aufgabe noch nicht einmal undenkbar. Gleiches gilt verstärkt für die zuletzt sehr unglücklich gescheiterte 4 HUWAGA (Jean-Michel Bazire). Die Stute kommt erstmals seit April wieder mal mit dem Trainer an den Start, was ihre Aussichten ganz sicher nicht schlechter erscheinen lässt. Unter diesen Voraussetzungen ist auch sie in einem prinzipiell offenen Feld keineswegs unmöglich.

Das letzte Top-Rennen des Tages folgt schließlich um 17.35 Uhr, wobei fast die Hälfte des Feldes mit Pferden zweier Erfolgsquartiere besetzt ist.

8.Rennen: Allaire gegen Guarato

Mit dem den dreijährigen Pferden vorbehaltenen “SWC 4 ans Q1 – Prix Guy Deloison” (Gruppe II, 120.000 €, 2700 Meter) gibt es ein Wiedersehen mit 14 JUST A GIGOLO (Franck Nivard). Der trotz seiner jungen Jahre bereits dreifache Gruppe I-Sieger aus dem Quartier von Philippe Allaire ist in Frankreich unangefochten die Nummer eins seiner Generation, was gleichermaßen für seinen Stall- und Trainingsgefährten 12 J`AIME LE FOOT (David Thomain) im Monté-Lager zutrifft. Beide Allaires bekommen es hier u.a. mit vier Vertretern von Trainer Sébastien Guarato zu tun, von denen nach den jüngsten Eindrücken 11 DEUS ZACK (Eric Raffin) der härteste Prüfstein werden dürfte. Vor fünf Wochen bezwang der Italiener im Europachampionat der Dreijährigen auch Just a Gigolo, so dass die hier anstehende Revanche das zumindest inoffizielle Thema dieses Rennens sein wird. Mit dem kürzlichen Gruppe II-Sieger 13 JUNINHO DRY (Paul Ploquin) hat das Team Guarato zudem noch ein zweites heißes Eisen im Feuer, das sich möglicherweise sogar in dieses Duell einmischen kann. Rückendeckung werden Deus Zack und Juninho Dry noch durch die beiden Trainingsgefährten 7 JAGUAR WIT (Tony Le Beller) und 9 JAGUAR GRIFF (Romain Hue) erhalten, die rein von der Papierform zwar eher ins zweite Glied gehören, aber allein schon aus taktischen Gründen eine wichtige Rolle spielen können und diesen Halbklassiker damit noch interessanter werden lassen, als er ohnehin schon ist.

pferdewetten.de-Siegtipp des Tages: 305 Intuition  Die Stute hat seit längerem kein Rennen mehr unter dem Sattel verloren und trifft in einem kleinen Feld auf Gegner, die sie zuletzt schon teilweise wiederholt schlagen konnte.

pferdewetten.de-Platztipp des Tages: 408 Ampia Mede SM  Zeigte sich zuletzt deutlich an und würde in einem großen, offenen Feld sogar noch eine lukrative Rendite einbringen

pferdewetten.de-Außenseiter des Tages: 604 Huwaga  Hatte zuletzt viel Pech und wäre ohne den Fehler vermutlich auf dem Treppchen gelandet. Wird nun auch fahrerisch durch JMB zusätzlich deutlich aufgewertet.