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Sonntag: Prix d`Amérique an der Spitze eines Gala-Renntags mit insgesamt 7 Gruppe-Rennen – 3 Millionen Euro-Jackpot  in der Quinté 

(dip) Im Sinne einer objektiven Berichterstattung sollte man möglichst vorsichtig mit etwaigen Superlativen sein, da sie mitunter sehr schnell etwas voreilig missbraucht, bzw. dem gegebenen Anlass in nicht angemessener, weil übertriebener Form verwendet werden könnten. Führt man sich allerdings das bereits um 12.00 Uhr beginnende und aus elf Rennen bestehende Sonntagprogramm in Vincennes vor Augen, dürften nahezu alle gängigen Adjektive wie überragend, gigantisch oder sensationell erlaubt sein. Allein drei Gruppe I-Rennen, von denen natürlich der mit einer Million Euro dotierte Prix d`Amérique heraussticht und nahezu alle trabrennsportaffinen Menschen in Nah und Fern in seinen Bann ziehen wird, lassen bereits die hohe sportliche Qualität dieses Sonntags erahnen. Da zudem noch jeweils zwei Gruppe II – und Gruppe III-Prüfungen, sowie vor allem der 3 Millionen Euro-Jackpot in der “Amérique”-Quinté hinzukommen, lässt selbst die in der headline verwendete Wortwahl des Gala-Renntags fast schon etwas zu dünn erscheinen.

Der Prix d`Amérique 2023

Nachdem der diesjährige “Prix d`Amérique Races Zeturf Prix d`Amérique” (Gruppe I, 1.000.000 €, 2700 Meter) buchstäblich bis kurz vor dem Rennen von Rückzügen und Absagen begleitet worden ist – erst noch am Donnerstag Abend wurde das Aus von Elitloppet-Sieger Etonnant offiziell verkündet – werden am Sonntag nun noch 17 Teilnehmer den Versuch starten das wertvollste und größte Trabrennen der Welt zu gewinnen. Als leichter Favorit gilt 6 IDAO DE TILLARD (Clément Duvaldestin), der im letzten Jahr regelrecht durchgestartet ist und mit dem Prix de Séléction und dem Critérium Continental u.a. auch zwei Gruppe I-Rennen für sich entscheiden konnte. Auch in seiner Generalprobe für das Millionenrennen ging der von Frankreichs Trainerchampion Thierry Duvaldestin vorbereitete und von dessen erst 24-jährigem Sohn Clément gefahrene Hengst als Sieger vom Platz, so dass der neben 8 ITALIANO VERO (David Thomain) mit fünf Jahren jüngste Teilnehmer im Feld zurecht die Bürde des Favoriten zu tragen hat. Im Ziel steht der Hengst aber noch lange nicht, denn die Meute der Jäger und Herausforderer in einem ohnehin als recht offenen geltenden Prix d`Amérique 2023 ist groß. Die jeweils ein Jahr älteren 2 HORSY DREAM (Eric Raffin), 3 HUSSARD DU LANDRET (Benoît Robin) und 9 HOOKER BERRY (Jean-Michel Bazire) werden dem Duvaldestin-Schützling ebenso auf den Zahn fühlen können, wie der ultrabeständige Vorjahresfünfte 11 HOHNECK (François Lagadeuc), sowie der aus Schweden entsandte 13 DON FANUCCI ZET (Yoann Lebourgeouis). Der Elitloppet-Sieger von 2021 ist einer von zwei Vertretern von Trainer Daniel Redén, der zudem noch die vor zwei Jahren zur schwedischen Stutenderbysiegerin avancierte 4 HONEY MEARAS (Örjan Kihlström) aufbietet. Ein zumindest kleines Fragezeichen steht hinter der italienischen Hoffnung 18 VIVID WISE AS (Matthieu Abrivard), denn der Vorjahresvierte war zwischenzeitlich erkrankt, musste daraufhin seine geplante Vorbereitung kurzfristig abbrechen und kurierte sich stattdessen in seiner Heimat aus. Aus dem Quartier des sechsfachen Gruppe I-Siegers wurden in der letzten Woche allerdings nur gute Nachrichten bezüglich Gesundheitszustand und Trainingseindrücke vermeldet, so dass der zweieinhalbfache Millionär ebenfalls ein Wörtchen mitreden kann. Möglicherweise kommt die größte Gefahr für Idao de Tillard aber sogar aus dem eigenen Lager, denn mit 14 FLAMME DU GOUTIER (Théo Duvaldestin) ist eine Trainingsgefährtin mit dabei, die schon vor Jahresfrist in diesem Rennen mit Rang drei für eine positive Überraschung sorgte. Erst vor einer Woche gewann die Stute mit dem Prix de Cornulier bereits zum zweiten Mal in Folge die inoffizielle Weltmeisterschaft im Trabreiten, womit die Achtjährige ihre große Vielseitigkeit nicht zum ersten Mal unter Beweis stellte und damit nicht nur als etwaige Schützenhilfe für ihren favorisierten Boxennachbarn in Erwägung zu ziehen ist, sondern ihrerseits sogar selbst den ganz großen Coup schaffen kann.

5 aus 17 zum Riesengewinn

Mit dem spektakulären Jackpot in Höhe von 3 Millionen in der Quinté ist der Prix d`Amérique natürlich auch für die Wetter besonders interessant, denn selbst bei einem auch nur einigermaßen formgemäßen Einlauf wird die Quote durch den gigantischen Jackpot merklich in die Höhe schießen. Doch in Anbetracht der Tatsache, dass aus dem 17-köpfigen Feld zumindest für den fünften Rang kaum ein Pferd guten Gewissens von vornherein ausgeschlossen werden und es somit auch der eine oder andere Außenseiter unter die “top five” bringen kann, scheint selbst eine rekordverdächtige Quote in schwindelerregender Größenordnung nicht ausgeschlossen. Selbst die vierbeinigen Oldies, die trotz ihrer schon zehn Jahre selbstverständlich nichts von etwaiger Altersschwäche wissen wollen, könnten diesen steinigen Weg aufs Fünfer-Treppchen schaffen. Dies trifft für die ihren bereits fünften Prix d`Amérique bestreitende und als eisenhart geltende 16 DELIA DU POMMEREUX (Pierre-Yves Verva) ebenso zu, wie für den vom dreimaligen “Amérique”-Siegfahrer Björn Goop gefahrenen 10 MONI VIKING, sowie für die sich rechtzeitig zum Saisonhöhepunkt in absoluter Bestform präsentierende 5 DECOLORATION (Gabriele Gelormini).

Die Startzeit für den als 7.Rennen der Karte positionierten Prix d`Amérique wurde auf 16.25 Uhr festgelegt.


pferdewetten.de Quinté-Tipp: 6 Idao de Tillard – 9 Hooker Berry – 2 Horsy Dream – 14 Flamme du Goutier – 3 Hussard du Landret  chancenreicher Außenseiter: 13 Don Fanucci Zet

Prix Ourasi 

Neben dem natürlich in allen Belangen herausragenden “Amérique” kommen noch zwei weitere Gruppe I-Prüfungen zur Austragung. Zunächst richtet sich im 5.Rennen (Startzeit: 15.05 Uhr) der “SWC 4 ans Finale Prix Ourasi” (Gruppe I, 300.000 €, 2700 Meter) an die Pferde des Jahrgangs 2019. In Abwesenheit des schon viermaligen Gruppe I-Siegers Just A Gigolo müsste nun eigentlich dessen kürzlicher Sensationsbezwinger 7 DONT SAY GAR (Alessandro Gocciadoro) als das zu schlagende Pferd gelten, doch wird dies die überwiegend französische Streitmacht, angeführt von 8 JULIET PAPA BRAVO (Clément Duvaldestin), 12 JACK TONIC (Théo Duvaldestin), 14 JUNINHO DRY (Paul Ploquin) ebenso anders sehen, wie die markante Schimmelstute 15 JAZZY PERRINE (Eric Raffin). Kaum schlechter ist zudem der Italiener 13 DEUS ZACK (Benjamin Rochard) einzustufen, der im Oktober auf dem Plateau de Gravelle immerhin das Europachampionat der Dreijährigen gewinnen konnte und sich kurioserweise exakt auf den Tag genau vor einem Jahr mit dem Prix Paul Viel auch schon einen gefragten Halbklassiker schnappte. Mit dem deutsch eingetragenen und offiziell für ein Besitzerkonsortium startenden Hengst 3 GERICAULT (Vincent Martens), weist dieses klassische Rennen zudem auch eine deutsche Komponente auf, die als Referenz immerhin einen Gruppe III-Treffer anbieten kann.

Prix Bold Eagle

Unter identischen Konditionen geht es dann im 9.Rennen (Startzeit: 17.43 Uhr) im “SWC 5 ans Finale Prix Bold Eagle” (Gruppe I, 300.000 €, 2700 Meter) auch für die Fünfjährigen ans ganz große Geld. In einem fast ausschließlich aus französischen und italienischen Pferden bestehenden Feld  – lediglich die letztjährige “Critérium Continental”-Zweite 14 IMHATRA AM (Björn Goop) vertritt schwedische Farben – könnten 10 INSTRUMENTALISTE (Gabriele Gelormini), der sich erst vor wenigen Wochen sogar den Skalp eines gewissen Idao de Tillard holen konnte, die beim nun dritten Start nach der Pause vielleicht schon wieder siegfertige, einstige Kriteriums-Siegerin 15 IDYLLE SPEED (Jean-Michel Bazire), sowie die starke 16 INMAROSA (Léo Abrivard) für einen Heimsieg der “bleues” sorgen. Die italienische Fraktion stützt sich u.a. auf Derbysieger 17 CHARMANT DE ZACK (Alessandro Gocciadoro), den zweifachen Gruppe I-Gewinner CARLOMAGNO D`ESI (Alexandre Abrivard), sowie auf den kürzlichen Sensationssieger 8 CASH BANK BIGI (Benjamin Rochard).

pferdewetten.de-Siegtipp des Tages: 205 Inès de Faël  Die aus dem Championatsstall kommende Stute trifft es bei ihrem Vincennes-Debut zwar etwas schwerer als gewöhnlich an, sollte aber mit einem Formfahrer im Sulky dennoch den fünften Sieg in Serie schaffen.

pferdewetten.de-Platztipp des Tages: 613 Idéale du Chêne  Ist aktuell die beste fünfjährige Monté-Stute Frankreichs und bringt als Empfehlung einen überlegenen Gruppe I-Sieg mit. Wäre hier gegen die Hengste selbst als Siegerin keine Überraschung.

pferdewetten.de-Außenseiter des Tages: 713 Don Fanucci Zet  Der Hengst ist speziell mit diesem “Vorwärtsfahrer”, der schon im letztjährigen “Amérique” mit seiner extrem offensiven Fahrweise fast hingekommen wäre, für die Rolle des chancenreichen Außenseiters geradezu prädestiniert.