Drücken Sie „Enter“, um den Inhalte zu überspringen

Vincennes am Sonntag: Prix de France mit fast allen Stars als Quinté – Amérique-Sieger Hooker Berry diesmal mit dem Junior – Zwei Halbklassiker im Rahmen

(dip) Zwei Wochen nach dem glanzvollen Sieg von Hooker Berry im Prix d`Amérique wartet für die Topstars der internationalen Traberszene bereits die nächste Aufgabe. Inoffiziell gilt der mit 18 Pferden bestückte und auch folgerichtig als Quinté-Prüfung des Tages bestimmte “Prix de France” (Gruppe I, 400.000 €, 2100 Meter) sogar als  Revanchepartie zum Millionenrennen, doch werden die Teilnehmer durch den Autostart und der deutlich kürzeren Distanz diesmal vor eine völlig andere Aufgabe gestellt. Dennoch hat sich nahezu die komplette crème de la crème des in diesem Fall sogar weltweiten Trabrennsports in die Starterliste eintragen lassen. Von den ganz großen Namen, die am letzten Januar-Sonntag im “la belle” mit dabei waren, fehlen zwar Idao de Tillard und der Überraschungs-Dritte Italiano Vero, doch ist mit dem US-Hengst Beads der überragende Triumphator aus dem Prix du Luxembourg mit dabei, der dieser Prüfung zudem noch einen exklusiven touch gibt.

Bazire-Doppelspitze

Die Startplatzauslosung meinte es gut mit dem Prix d`Amérique-Sieger. Für den diesmal vom Junior gefahrenen 3 HOOKER BERRY (Nicolas Bazire) wurde die erhofft niedrige Nummer gezogen, was auch Trainer Jean-Michel Bazire erleichtert und wohlwollend zur Kenntnis nahm: “Für ihn ist es sehr wichtig, dass er nicht von zu weit außen starten muss”, so der Meister, der diesmal nicht selbst hinter Hooker Berry Platz nehmen, sondern sich hinter 10 BEADS (Jean-Michel Bazire) setzen wird, der 24 Stunden vor dem Amérique-Sieg das überragend verlaufene Wochenende des zwanzigfachen französischen Champions durch den in neuer Rennrekordzeit erzielten Sieg im Prix du Luxembourg – ohnehin das Rennen, das sich Bazire in den letzten sieben Jahren fünfmal und nach den beiden Erfolgen mit Dorgos de Guez (2021) und Elie de Beaufour (2022) nunmehr zum dritten Mal in Folge holen konnte – einläutete.

Schwedische Chance

Startplatz 10 bedeutet zwar eine wenig vorteilhafte Position in der zweiten Startreihe, doch startet der schnelle Hengst amerikanischen Ursprungs  immerhin direkt hinter 1 DON FANUCCI ZET (Örjan Kihlström), der sich unter diesen Umständen auf der für den schwedischen Hengst ganz sicher nicht unvorteilhaften französischen Sprintstrecke ebenfalls einiges ausrechnen wird. Der Elitloppet-Sieger von 2021, der im Amérique einen mörderischen Vortrag nicht ganz durchstehen konnte, ungeachtet dessen aber auch nicht völlig aufsteckte und immerhin noch als Sechster über die Ziellinie lief, dürfte der chancenreichste Vertreter der immerhin aus vier Teilnehmern bestehenden schwedischen Delegation sein, was gewiss nicht nur daran liegt, dass der Schützling von Trainer Daniel Redén als einziger aus dem Skandinavien-Quartett einen Platz in der ersten Startreihe zugelost bekam. Für die “Luxembourg”-Zweite 14 DEAR FRIEND (Anthony Barrier), die wenige Stunden vor dem Prix d`Amérique krankheitsbedingt zurückgezogene 15 HONEY MEARAS (Björn Goop), sowie die Critérium Continental-Zweite 18 IMHATRA AM (Mats Djuse) gab es bei der Auslosung eher wenig zu lachen.

Italo-Power

Auch aus Italien werden vier Kandidaten in dieses Rennen geschickt, was möglicherweise auch ein wenig dem überragenden Ergebnis aus dem Vorjahr geschuldet ist, als die squadra azzurra die Plätze eins, drei und fünf belegte. Sieger war im letzten Jahr 4 VIVID WISE AS (Matthieu Abrivard), der auch diesmal wieder ernst zu nehmen sein sollte, wenngleich dies die letzten beiden Formen nicht bestätigen. Nach dem enttäuschenden Ergebnis im “Bourbonnais” war der Hengst allerdings verschleimt, was die dürftige Leistung entschuldigt. Kurz danach wurde auch noch eine Atemwegsinfektion festgestellt, wonach der ursprüngliche Vorbereitungsplan für den “Amérique” zwangsweise in die Mülltonne geworfen werden musste und Trainer Alessandro Gocciadoro seinen Crack stattdessen zum Auskurieren zurück nach Italien beorderte. Am Prix d`Amérique-Tag sollte der Hengst laut Gocciadoro bei 100 Prozent gewesen sein, was sich im Rennen aber leider noch nicht ganz bewahrheitete, sich zwei Wochen später aber natürlich geändert haben könnte. Zudem ist der italienischen Top-Sprinter mit Startplatz 4 bestens versorgt, so dass die Konkurrenz ganz sicher gewarnt sein wird. Direkt neben dem Titelverteidiger geht mit 5 AMPIA MEDE SM (Franck Nivard) die Sensations-Zweite aus dem Prix d`Amérique ins Rennen. Wie die meisten italienischen Pferde ist auch sie auf den eher kürzeren Strecken zu Hause, was sie auch auf dem Plateau de Gravelle bei ihren bisherigen fünf Auftritten über 2100 Meter nachhaltig bewies. Drei Siege, ein dritter Rang, sowie immerhin Platz fünf im pikanterweise von Vivid Wise As gewonnen Prix René Ballière (Gruppe I) im vergangenen Sommer lassen sie nicht nur für die Quinté als feste Größe vormerken, sondern möglicherweise sogar für noch mehr in Frage kommen. Auch die anderen beiden Italiener 7 VERNISSAGE GRIF (Alessandro Gocciadoro), sowie der erstmals Christophe Martens anvertraute letztjährige International Trot-Sieger 8 COKSTILE haben einen Startplatz in der ersten Reihe ergattert, womit ein ähnliches Resultat wie vor zwölf Monaten zumindest nicht von vornherein als utopisch angesehen werden darf.

Französische Hoffnungen

Neben den beiden Bazire-Vertretern ruhen die einheimischen Hoffnungen vornehmlich auf den ultrabeständigen 2 HOHNECK (François Lagadeuc). Bei seinen bisherigen 45 Lebensstarts war er lediglich ein einziges Mal – im Jahr 2020 – nicht unter den Top Five, womit bereits nahezu alles gesagt ist. 13 HORSY DREAM (Eric Raffin), der nach einem sensationell verlaufenen Vorjahr plötzlich als einer der Prix d`Amérique-Favoriten galt, dort aber nach einer wenig glücklichen Fahrt lediglich im Mittelfeld landete, wird sich ebenso wieder stärker ins Szene setzen wollen wie die jüngst gleich am Start ausgefallene 12 DECOLORATION (Gabriele Gelormini), sowie die Vorjahreszweite 9 DELIA DU POMMEREUX (Pierre-Yves Verva). Mit dem im “Amérique” stark gelaufenen 17 HIP HOP HAUFOR (Christian Bigeon), dem nun wieder komplett beschlagen antretenden 16 GU D`HERIPRE (Benjamin Rochard), dem nach langer Verletzungspause von Start zu Start immer besser werdenden 11 GO ON BOY (Romain Derieux), sowie dem eigentlich in der Monté-Szene beheimateten 6 FADO DU CHENE (Paul Ploquin) vervollständigt sich die “equipe tricolore”.

pferdewetten.de Quinté-Tipp: 10 Beads – 5 Ampia Mede SM – 1 Don Fanucci Zet – 2 Hohneck – 3 Hooker Berry  chancenreicher Außenseiter: 4 Vivid Wise As

Neben diesem natürlich in allen Belangen herausragenden Gruppe I-Rennen stehen am Sonntag noch zwei interessant besetzte  Halbklassiker auf dem Programm. 

Dritter Akt

Im 3.Rennen haben zunächst die Satteltraber ihren großen Auftritt im “Prix Louis le Bourg” (Gruppe II, 120.000 €, 2850 Meter), wobei es zum bereits dritten direkten Aufeinandertreffen von 7 JESSY DE BANVILLE (Florian Desmigneux) und 8 JUBILE PRIOR (Aurélien Desmarres) innerhalb weniger Wochen kommen wird. Derzeit steht es 1:1 unentschieden, so dass in Anbetracht der bisher jeweils sehr knappen Ausgänge die bessere Tagesform den Ausschlag über Sieg und Niederlage geben könnte.

Neue Chance für Idao de Tillard

Deutlich mehr Aufmerksamkeit wird dann etwa zweieinhalb Stunden später das andere Gruppe II-Rennen des Nachmittags auf sich ziehen, wenn im als 7.Rennen gelaufenen “Prix Ovide Moulinet” (Gruppe II, 120.000 €, 2700 Meter) die derzeit besten Fünfjährigen Frankreichs aufeinandertreffen. In einem zahlenmäßig mit lediglich sieben Teilnehmern nur sehr kleinen, qualitativ aber bärenstark besetzten Rennen könnte sich der im Prix d`Amérique als Favorit früh ausgefallene 6 IDAO DE TILLARD (Clément Duvaldestin) zumindest etwas rehabilitieren, doch ist die Gegnerschaft mit dem aktuellen PdA-Dritten 7 ITALIANO VERO (David Thomain), sowie den beiden von Sébastien Guarato vorbereiteten 4 INSTRUMENTALISTE (Gabriele Gelormini) und 2 ITS A DOLLARMAKER (Matthieu Abrivard) keineswegs von Pappe.