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Vincennes am Freitag: Zwei Gruppe-Rennen am Abend – Derbyhoffnung Géricault und Jason Dragon für die deutsche Note

(dip) Knapp 48 Stunden vor dem allerorts mit viel Spannung erwarteten Elitloppet im schwedischen Solvalla steht am Freitagabend noch einmal der Trabertempel in Vincennes im sportlichen Mittelpunkt des Interesses. Zwei Gruppe III-Rennen werden für die optimale Einstimmung dieses auch gerne als inoffizielle Sprint-Weltmeisterschaft bezeichneten Rennens sorgen, wobei eines dieser beiden Hauptereignisse am Freitag sogar einen direkten Bezug zum schwedischen Top-Event aufweist.

Elitloppetsieger-Besieger

Im als 3.Rennen des Abends für 20.15 Uhr vorgesehenen und international ausgeschriebenen “Prix Jean Riaud” (Gruppe III, 90.000 €, 2850 Meter) ist  6 HOKKAIDO JIEL (David Thomain) einer der Siegkandidaten. Seit Beginn dieses Jahres präsentiert sich der erst seit dem letzten Wintermeeting mit seinem neuen Stammfahrer David Thomain zusammen antretende Hengst in bestechender Form, die er erst noch vor zwei Wochen im prestigeträchtigen Prix des Ducs de Normandie unter Beweis stellte, den er hinter Hohneck, aber noch vor Etonnant als Zweiter beendete. Dies brachte ihm nicht nur die mögliche Favoritenstellung für dieses Rennen, sondern auch den natürlich nur inoffiziellen Titel als “Elitloppetsieger-Besieger” ein, denn der von ihm bezwungene französische Champion Etonnant ist bekanntlich der Titelverteidiger des großen Sprint-Spektakels in Stockholm. Somit ist es fast schon logisch, dass der in seiner Karriere schon viermal auf Gruppe-Parkett zum Zuge gekommene Hokkaido Jiel sich auch für diese Aufgabe am Freitagabend einiges ausrechnen darf, obgleich sich ihm einige Hochkaräter in den Weg stellen werden.

Comeback von Idao de Tillard

Einer von ihnen ist der diesjährige Prix d`Amérique-Favorit 13 IDAO DE TILLARD (Clément Duvaldestin), der seit dem Ende des Wintermeetings ausgesetzt hat und sich nun erstmals seit fast drei Monaten wieder im Renngeschehen versucht. Im Millionenrennen am letzten Januar-Sonntag scheiterte der siegverwöhnte Hengst an einer frühen Galoppade, die das abrupte Ende jeglicher Amérique-Träume bedeutete. Rein vom Potenzial her ist der vom französischen Trainer-Champion vorbereitete Fünfjährige zweifelsohne stark genug, um auch diese gewiss nicht einfache Prüfung gewinnen zu können, zumal er einige seiner hier anwesenden Konkurrenten bereits bezwingen konnte. Ob er aber auch nach exakt 83-tägiger Rennpause und zwischenzeitlichen Decktätigkeiten sofort wieder siegfertig zurückkehren oder möglicherweise diesen einen Start doch noch benötigen wird, ist die große Frage, die sich vermutlich jeder stellt und die über Sieg oder Niederlage entscheiden wird.

Souloy-Italiener

Auch von Seiten des französischen Trainers Fabrice Souloy dürfte eine gewisse Gefahr ausgehen, denn mit den beiden Italienern Cash Bank Bigi und Capital Mail ist er alles andere als chancenlos aufgestellt. Die mit der niedrigsten Gewinnsumme aller Teilnehmer startende 1 CASH BANK BIGI (Franck Nivard) gewann bereits im Dezember sensationell einen Halbklassiker in Paris und bestätigte diese famose Leistung nur wenige Wochen später an gleicher Stelle, als sie sich lediglich um wenige Zentimeter keinem Geringeren als Idao de Tillard beugen musste. Italiens einstiger Derbyzweiter 8 CAPITAL MAIL (Gabriele Gelormini) überzeugte ebenfalls bei seinen beiden Starts im “Lotteria” in Neapel, als er seinen Vorlauf gewann und später im Finale Rang drei belegte. 

Einer gegen alle

Die erst seit dem Jahr 2019 über die Grunddistanz von 2850 Metern ausgetragene Gruppe III-Prüfung sieht in diesem Jahr insgesamt 14 Teilnehmer am Start, von denen lediglich einer eine Zulage von 25 Metern geben muss. Bislang konnte seitdem kein Vertreter aus dem Zulagenband diesen Prix Jean-Riaud gewinnen, was auch für den einzigen Starter in diesem Jahr ein schweres Unterfangen werden wird, wenngleich der Fahrer von 14 ELIE DE BEAUFOUR (Jean-Michel Bazire) gute Erinnerungen an dieses Rennen hat. Von den letzten fünf Ausgaben gewann er als Trainer nicht weniger als vier, was einerseits natürlich Mut macht, aufgrund der hochkarätigen Konkurrenz aber andererseits auch kaum hätte anspruchsvoller werden können. Nach der mehrmonatigen Winterpause ist der fast 1 Million Euro schwere und in seiner Karriere bereits mit 31 Siegen aus den Rennen gekommene Wallach zudem noch nicht wieder so richtig auf Touren gekommen. Was diese enorme Siegzahl Elie de Beaufours für eine Aussagekraft hat, lässt sich unter anderem daran erkennen, dass die drei ebenfalls alles andere als unbekannten und zumindest für die besseren Gelder nicht aussichtslosen 7 ECHO DE CHANLECY (Tony Le Beller), 10 FAKIR DU LORAULT (Eric Raffin) und 12 ELVIS DE VALLON (Yoann Lebourgeouis) zusammen auf 42 Erfolg kommen.

pferdewetten.de-Tipp: 6 Hokkaido Jiel – 8 Capital Mail – 13 Idao de Tillard chancenreicher Außenseiter: 1 Cash Bank Bigi

Das andere Highlight des Abends wurde gleich an den Anfang der planmäßig um 18.58 Uhr beginnenden Veranstaltung gelegt und ist auch aus deutscher Sicht interessant, denn mit Géricault ist ein potenzieller Derbyteilnehmer mit dabei. 

Bazire-Chance

Im den Vierjährigen vorbehaltenen “Prix Caecilia” (Gruppe III, 70.000 €, 2700 Meter) spricht einiges für den aktuellen Doppelsieger 12 JOSHUA TREE (Jean-Michel Bazire), der eine alles in allem lösbare Aufgabe vorfindet und bei einem weiteren Erfolg zum Seriensieger avancieren würde. Sieben seiner zehn Lebensstarts hat der Bold Eagle-Sohn bereits für sich entscheiden können, so dass es auch nicht großartig verwundert, dass sich JMB für ihn und nicht für die ebenfalls mit starken Formen aufschlagende Alternative 6 JABLONSKI (Romain Congard) entschied. Aus dem Championatsstall ist 16 JEEGHA PRIDE (Théo Duvaldestin) mit von der Partie, die ebenfalls als aktuelle Siegerin an den Ablauf kommt und nicht von ungefähr die höchste Gewinnsumme im gesamten Feld vorweisen kann.

Italo-Quartett und deutsche Derbyhoffnung

Wie bei fast allen als “course européene” ausgeschriebenen Rennen ist auch hier wieder die italienische Fraktion gut vertreten. Mit 1 DIVA DEL RONCO (Eric Raffin), 5 DARDO ZACK (Matthieu Abrivard), 9 DILUCA MO (Gabriele Gelormini) und 10 DUBHE PRAV (Alexandre Abrivard) ist die squadra azzurra gleich mit einem Quartett vertreten, aus dem der schon einmal als runner up zu Joshua Tree positiv in Erscheinung getretene Diluca Mo möglicherweise als der Chancenreichste hervorgeht.

Aus deutscher Sicht ist natürlich der Auftritt von 11 GERICAULT (Christophe Martens) von besonderem Interesse. Der Muscle Hill-Sohn, der Ende vergangenen Jahres bereits zwei vergleichbare Aufgaben in Vincennes lösen konnte, beendet eine längere Pause und beginnt mit diesem Rennen seine Mission “Deutsches Derby”.

pferdewetten.de-Tipp: 12 Joshua Tree – 16 Jeegha Pride – 9 Diluca Mo  chancenreicher Außenseiter: 11 Géricault

Mit dem einstigen Derbyfünften 13 JASON DRAGON (Foto, Eric Raffin) kommt im 5.Rennen (“Prix Mutus”) zudem ein weiteres Pferd aus dem deutschen Gestütsbuch an den Ablauf. In einem über 2100 Meter hinter dem Auto gestarteten Course E bekommt es der für die niederländische Gerrits Trading GmbH antretende Siebenjährige mit zwölf Gegnern zu tun. Der Start dieses Rennens ist offiziell für 21.12 Uhr vorgesehen.