Drücken Sie „Enter“, um den Inhalte zu überspringen

Jockeytalk mit Martin Seidl

Bevor wir am Freitag in ein regelrechtes Marathon-Wochenende starten, habe ich heute wieder einen spannenden Jockeytalk für euch. Übrigens ist diese Ausgabe von „Meanarik“ auch aus Wettsicht interessant, denn oftmals verrät mir mein Gesprächspartner, auf welches Pferd er am meisten Mumm hat. So zum Beispiel in meinem Jockeytalk mit Tommaso Scardino, der uns allen gesagt hat, dass Ikarus ein gutes Pferd ist. Wer genau aufgepasst hat, hat sich wie ich über eine satte Siegquote von 150:10 gefreut.

Nun aber zu meinem heutigen Gast Martin Seidl, den ihr sicherlich alle kennt. Seit gut einem Jahr ist er am Stall von Andreas Suborics tätig und hat in der vergangenen Saison mit dem Sieg im Preis der Winterkönigin auf Quantanamera für Furore gesorgt. Was ihr bisher noch nicht über Martin wusstet und ob es Quantanamera ist, auf die der Bayer am meisten Mumm hat, erfahrt ihr, wenn ihr weiterlest.

Wie bist du zum Rennsport gekommen?

Meine Familie hat immer Trabrennpferde gehabt und so war ich schon von Kindesbeinen an immer auf der Rennbahn. Später habe ich Ponyrennen geritten und es war klar, dass ich Jockey werden wollte.

Was war bisher der größte und wichtigste Sieg deiner Karriere?

Es waren viele Siege außergewöhnlich. Ich würde aber trotzdem sagen, dass der Sieg im Preis des Winterfavoriten mit Brisanto (2014) und meine beiden Erfolge im Preis der Winterkönigin mit Whispering Angel (2018) und mit Quantanamera (2022) herausstechen. Für mich persönlich ist aber auch der Sieg im Hansa Preis mit Dschingis Secret (2017 und 2018) sehr bedeutsam.

Welches Ziel würdest du gerne einmal erreichen?

Mein größtes Ziel ist einmal ein Gruppe I-Rennen zu gewinnen. Ich war schon mehrfach Zweiter oder Dritter, mit einem Sieg hat es aber noch nicht geklappt.

Welches Rennen würdest du gerne einmal gewinnen?

Natürlich würde ich gerne das Deutsche Derby gewinnen. Ich war mit Destino Zweiter und mit Dschingis Secret Dritter. Auf meiner Bucket List steht aber auch der Große Preis von Bayern, schließlich ist das meine Heimat und die Goldene Peitsche in Baden-Baden.

Wovon träumst du noch?

Ich würde gerne einmal mit einem in Deutschland trainierten Pferd international ein großes Rennen gewinnen. Am liebsten natürlich auf Gruppe I-Ebene.

Welches Pferd gehört aus Wettsicht definitiv auf unseren Merkzettel?

Die Dreijährigen sind natürlich immer interessant. Im Hinblick auf die klassischen Rennen gefällt mir Lips Freedom besonders gut, der demnächst sein Debüt geben wird.  

Wer wird Championjockey 2023 in Deutschland?

Es ist so offen wie nie. Am Ende denke ich aber, es wird Andrasch Starke.

Wir schreiben das Jahr 2033. Wo siehst du dich selbst?

Schwer zu sagen. Ich war in den letzten Jahren schon des Öfteren im Ausland unterwegs. Ich würde mich also schon gerne noch einmal über Winter irgendwo einquartieren. Ich würde mir aber schon wünschen, dass der deutsche Galopprennsport sich wieder fängt und stabil bleibt. Es weiß aber keiner was kommt und vielleicht bin ich 2033 im Ausland unterwegs. Asien würde mich reizen.

Das war es für heute. Vielen Dank an Martin, der mir wieder ein Pferd für meinen Merkzettel geliefert hat. Ich melde mich bei euch am Donnerstag mit den Tipps für Krefeld. Meine Meinung.