Am Freitag um 16:10 Uhr heißt es „Daumen drücken“, denn der Start von Tünnes im Coronation Cup ist für alle Galoppsportfans ein sensationelles Highlight. In dem Gruppe I-Rennen trifft der Bruder von Arc-Sieger Torquator Tasso nämlich auf richtig gute Gegner. Die Prüfung über 2400 Meter wurde immerhin schon von Pferden wie Cirrus des Aigles, St Nicholas Abbey, Shirocco und Singspiel gewonnen. Auch bei mir kommen Erinnerungen hoch, denn als Boreal im Jahr 2002 siegreich war, durfte ich bei der Abschlussarbeit immerhin das Begleitpferd reiten. Ob Peter Schiergen dieses Mal ebenso viel Glück hat, wird sich zeigen, denn der Coronation Cup ist bombig besetzt, obwohl nur fünf Pferde an den Start kommen. Eine Sympathiewette ist da natürlich Pflicht. Schauen wir einmal durch das Aufgebot:
Im letzten Jahr belegte Westover (Ralph Beckett) im Derby unglücklich geschlagen den dritten Platz und gewann nur wenig später das irische Derby. In den King George VI And Queen Elizabeth Stakes wurde der Frankel-Sohn Fünfter und erreichte hinter Alpinista im Arc Platz sechs. In Dubai meldete der Vierjährige sich dann mit einem starken zweiten Platz zu Equinox, der für mich zurzeit das beste Pferd der Welt ist, im Longines Dubai Sheema Classic zurück. Für ihn gibt es derzeit einen Favoritenkurs von 32:10 und ich denke ebenfalls, dass Westover im Coronation Cup das zu schlagende Pferd ist.
Bei den englischen Buchmachern ist Emily Upjohn (John Gosden) die Favoritin. Sie wurde Sechste in den King George VI And Queen Elizabeth Stakes und gewann danach die British Champions Fillies & Mares Stakes mit Frankie Dettori im Sattel. Bei pferdewetten.de gibt es aktuell eine Quote von 35:10.
Hurricane Lane (Charlie Appleby) ist ein ernstzunehmender Gegner und kein Unbekannter, denn er wurde Dritter im von TT gewonnenen Arc. Der ebenfalls von Frankel stammende Hengst gewann Anfang Mai die Jockey Club Stakes, ein Gruppe I-Rennen in Newmarket und könnte Westover zum Kurs von 40:10 gefährlich werden.
Point Lonsdale (A. P. O’Brien) hat in diesem Jahr schon einmal auf Gruppe II- und einmal auf Gruppe III-Niveau gewonnen. Für mich steht er aber unter den anderen Pferden, auch wenn man den vierjährigen Australia-Sohn, der seine ersten vier Rennen allesamt gewinnen konnte, sicher nicht unterschätzen sollte. Hier gibt es 50:10.
Tünnes (Peter Schiergen) ist vermutlich zurzeit das beste deutsche Pferd und die Latte hängt sehr hoch. Er belegte bei seinem Saisondebüt im Carl Jaspers Preis Platz zwei hinter Assistent und ich könnte mir vorstellen, dass eine Platzierung schon ein großer Erfolg wäre. Mit 87:10 gibt es aber auch eine interessante Quote.
Nicht auslassen sollten wir die Epsom Oaks, die um 17:30 ausgetragen werden. In dem Gruppe I-Rennen über 2400 Meter kommen nur die besten dreijährigen Stuten an den Ablauf. Die Favoritin ist Savethelastdance aus dem Stall von A. O’Brien. Die Galileo-Tochter hat gerade ein Listenrennen in Chester gewonnen und das mag auf den ersten Blick vielleicht nicht weltbewegend sein, diese Bahn ist aber eine sehr gute Vorbereitung auf den Kurs von Epsom. Die Gegnerin ist Soul Sister, die von Frankie Dettori geritten wird und die bereits Gruppe III-Siegerin ist. Beide Stuten kommen definitiv auf meinen Schein. Meine Meinung.